Das vierten Kapitel des Yoga Sūtra von Patañjali beginnt bei übernatürlichen Fertigkeiten und einer veränderten Wahrnehmung (siddhi). Es führt uns schließlich zur inneren Freiheit (kaivalya) dem Höhepunkt des Yoga-Weges.

Yoga Sutra
caturthaḥNominativ Singular
caturthaSubstantiv Maskulin
das Vierte
caturthaSubstantiv Maskulindas Vierte
kaivalyaTatpuruṣa-Kompositum Genitiv
kaivalyaSubstantiv Neutrum
Befreiung, innere Freiheit, vollständige Isolation
kaivalyaSubstantiv Neutrum
kevalaAdjektiv
vollständige Isolation, absolute Glückseligkeit
kevalaAdjektivpur, ausschließlich eigen, allein
pādaḥNominativ Singular
pāda
Kapitel

Das vierte Kapitel: Über innere Freiheit (kaivalya)

Dr. Ronald Steiner

Yoga Sutra 4: Über innere Freiheit
Yoga Sutra 4.1: Siddhi Yoga Sutra 4.1: Siddhi

Yoga-Sūtra 4.1: Siddhi - Übernatürliche Fertigkeiten oder veränderte Wahrnehmung?

Patañjali beschreibt in seinem Yoga-Sūtra fünf Wege übernatürliche Fertigkeiten (siddhi) zu erreichen - oder handelt es sich im übertragenen Sinne um eine veränderte Wahrnehmung?

Yoga Sutra 4: Über innere Freiheit
Yoga Sutra 4.2-3: Sankhya und Schöpfung Yoga Sutra 4.2-3: Sankhya und Schöpfung

Yoga-Sūtra 4.2-3: Saṁkhya & Entstehung von Wesen

Durch übernatürliche Fertigkeiten (siddhi) kann der Yogin andere Lebensformen gezielt erschaffen. - Oder geht es, im übertragenen Sinne, vielmehr um die eigene Transformation?

Yoga Sutra 4: Über innere Freiheit
Yoga Sutra 4.4-5: Ich-Bewusstsein basiert auf individuellem Chitta Yoga Sutra 4.4-5: Ich-Bewusstsein basiert auf individuellem Chitta

Yoga-Sūtra 4.4-5: Ein Wahrnehmungsraum erlebt verschiedenes

Schaffen der Yogin in der Meditation ein neues Lebewesen oder sich selbst neu? - Sein Wahrnehmungsraum (citta) transformiert sich, bleibt jedoch durch die Wandlung bestehen.

Yoga Sutra 4: Über innere Freiheit
Yoga Sutra 4.6: Siddhi aus Versenkung ist ohne Karma Yoga Sutra 4.6: Siddhi aus Versenkung ist ohne Karma

Yoga-Sūtra 4.6: Siddhi aus der Versenkung ist ohne Nebenwirkung bzw. Karma

Zwar kann man auf verschiedenen Wegen übernatürliche Fertigkeiten oder eine transformierte Wahrnehmung (siddhi) erlangen. Doch nur durch die Versenkung ist dieser Weg ohne Nebenwirkung, bzw. ohne Karma.

Yoga Sutra 4: Über innere Freiheit
Yoga Sutra 4.7-8: Gesetz von Karma Yoga Sutra 4.7-8: Gesetz von Karma

Yoga-Sūtra 4.7-8: Das Gesetz von Ursache und Wirkung (karma)

Jede Handlung (karman) trägt Früchte - zumindest solange wir vom Standpunkt unseres individuellen Ego (asmitā) handeln. Jedoch erfahren wir nur die Früchte, die aktuell für uns passend sind.

Yoga Sutra 4: Über innere Freiheit
Yoga Sutra 4.9-11: Karma bedingt Sanskara Yoga Sutra 4.9-11: Karma bedingt Sanskara

Yoga-Sūtra 4.9-11: Wie Handlung (karman) Prägungen (saṁskāra) bedingt

Solange der Mensch sich getrennt von seiner Umwelt wahrnimmt, tragen seine Handlungen (karman) Früchte und er unterliegt seinen Prägungen (saṁskāra).

Yoga Sutra 4: Über innere Freiheit
Yoga Sutra 4.12-14: Transformation der Welt Yoga Sutra 4.12-14: Transformation der Welt

Yoga Sūtra 4.12-14: Die Welt befindet sich in stetigem Wandel (pariṇāma)

Jedes Objekt und auch unser persönlicher Wahrnehmungsraum (citta) ist Teil dieser physischen Welt. Alles befindet sich in stetigem Wandel (pariṇāma). Dennoch gibt es eine Grundsubstanz (prakr̥ti) die bestehen bleibt.

Yoga Sutra 4: Über innere Freiheit
Yoga Sutra 4.15-17: Objektpersistenz Yoga Sutra 4.15-17: Objektpersistenz

Yoga Sūtra 4.15-17: Objekte werden subjektiv wahrgenommen

Objekte und Situation werden subjektiv wahrgenommen. Obwohl eine objektive Realität besteht, wird nur das was mit uns eine Resonanz hat Bestandteil unserer subjektiven Realität.

Yoga Sutra 4: Über innere Freiheit
Yoga Sutra 4.18-21: Purusha beobachtet durch Citta Yoga Sutra 4.18-21: Purusha beobachtet durch Citta

Yoga Sūtra 4.18-21: Puruṣa beobachtet durch Citta

Die äußere Welt reflektiert sich im subjektiven und der Wandlung unterliegenden Wahrnehmungsraum (citta). Der unveränderliche Wesenskern (puruṣa) beobachtet diese Reflexion.

Yoga Sutra 4: Über innere Freiheit
Yoga Sutra 4.22-24: Purusha erkennt sich in Chitta Yoga Sutra 4.22-24: Purusha erkennt sich in Chitta

Yoga Sūtra 4.22-24: Puruṣa kann sich selbst durch Citta erkennen

Der Wahrnehmungsraum (chitta) vermittelt zwischen äußerer Welt und dem wahren Wesenskern (purusha). Dieser kann sich nur über die Reflexion im Chitta selbst erkennen.

Yoga Sutra 4: Über innere Freiheit
Yoga Sutra 4.25-26: Unterscheidungskraft bedingt innere Freiheit Yoga Sutra 4.25-26: Unterscheidungskraft bedingt innere Freiheit

Yoga Sūtra 4.25-26: Aus Unterscheidungskraft (viveka) entsteht innere Freiheit (kaivalya)

Der Yogin entwickelt die Unterscheidung (viveka) zwischen seinem Wesenskern (puruṣa) und dem Wahrnehmungsraum (citta). Daraus entsteht innere Freiheit (kaivalya).

Yoga Sutra 4: Über innere Freiheit
Yoga Sutra 4.27-28: Sanskara unterbrechen die innere Freiheit Yoga Sutra 4.27-28: Sanskara unterbrechen die innere Freiheit

Yoga Sūtra 4.27-28: Saṁskāra unterbricht die innere Freiheit (kaivalya)

Die innere Freiheit (kaivalya) basiert auf der Unterscheidungskraft (viveka). Doch Vorprägungen (saṁskāra) trüben diese Unterscheidungskraft immer wieder.

Yoga Sutra 4: Über innere Freiheit
Yoga Sutra 4.29-32: Von Viveka zu Samadhi und zu umfassender Ruhe Yoga Sutra 4.29-32: Von Viveka zu Samadhi und zu umfassender Ruhe

Yoga Sūtra 4.29-32: Von Viveka zu Samādhi zu umfassender Ruhe

Durch Unterscheidungskraft (viveka) entsteht wahrhaft absichtsloses Handeln. Daraus erwächst vollkommene Einheitswahrnehmung (samādhi). In diesem Zustand kommen selbst die leidbringenden Kräfte (kleśa) und die Grundwebfäden der Natur Durch Unterscheidungskraft (viveka) entsteht wahrhaft absichtsloses Handeln. Daraus erwächst vollkommene Einheitswahrnehmung (samādhi). In diesem Zustand kommen selbst die leidbringenden Kräfte (kleśa) und die Grundwebfäden der Natur (guṇa) zur Ruhe.

Yoga Sutra 4: Über innere Freiheit
Yoga Sutra 4.33-34: Zeichen dieser umfassenden Ruhe Yoga Sutra 4.33-34: Zeichen dieser umfassenden Ruhe

Yoga Sūtra 4.33-34: Zeichen dieser umfassenden Ruhe

Patañjali spannt mit den letzten Versen des Yoga Sūtra eine Bogen zurück. Unser Wesenskern (Puruṣa) erkennt sich selbst und ruht in seiner eigenen Form (svarūpa).

Yoga Sutra 4: Über innere Freiheit
Yoga Sutra 4: Das vierte Kapitel in Sanskrit Yoga Sutra 4: Das vierte Kapitel in Sanskrit

Yoga Sūtra 4: Das vierte Kapitel in Saṁskr̥t

Das ganze vierte Kapitel des Yoga Sūtra in Saṁskr̥t - Zum meditativen Chanten! Einmal in Devanāgarī- Schrift und einmal in ISO 15919 Lautschrift.

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    Heike Nagel

    vor 9 Minuten

    Hallo Ron- ich habe Schwierigkeiten, folgende 3 Aussagen zusammenzubringen:
    1.allein aus der Identifikation mit dem Wandelbaren entsteht das wandelbare Selbst.
    2.der eigentliche Sinn des Wandelbaren [...] Hallo Ron- ich habe Schwierigkeiten, folgende 3 Aussagen zusammenzubringen:
    1.allein aus der Identifikation mit dem Wandelbaren entsteht das wandelbare Selbst.
    2.der eigentliche Sinn des Wandelbaren ist es, sowohl dem Betrachter als auch dem betrachteten Objekt nahe zu sein.
    3.das nichtfunktionieren des Atems nur dann Wert habe, wenn dadurch das Nichtfunktionieren des Geistes herbeigeführt wird
    Also ich Frage mich- wenn das höchste Ziel darin besteht, den Geist auszuschalten und er nur entsteht wenn ich mich mit ihm identifiziere- dann identifiziere ich mich nicht. Aber nur mit ihm komme ich in dieser Welt klar- oder gibt es diese Welt nicht? Warum habe ich also einen Geist, wenn das höchste Ziel darin besteht, ihn auszuschalten?
    Wozu habe ich einen Körper, wenn das Ziel darin besteht zu sitzen und zu meditieren? Da hätte etwas einfacheres mehr Sinn gemacht, wenn es darum geht das eigene Selbst mit der universellen Energie zu verbinden.
    Ich hoffe, du kannst meine Frage verstehen- liebe Grüße