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„Urban“ und „Gardening“ also „Gärteln in der Stadt“ schließt sich aus? Mitnichten! Gemeinsam mit den Ulmer Yogis trat Raphaela den Beweis an, dass selbst auf einer Dachterrasse eine grüne Oase geschaffen werden kann.

Nach einiger Zeit der Vorbereitungen war es am Samstag, 21. Mai 2016, endlich so weit, und auf der Dachterrasse des AYI in der Oststadt traf sich eine Yoga-Crowd mit „grünem Daumen“. Warum? Allerlei helfende Hände waren gekommen, um die dortige Terrassenfläche zu begrünen und sich dabei von Raphaela Gerlach, einer gelernten Zierpflanzengärtnerin, mit Tipps und Tricks rund ums richtige Bepflanzen und Eintopfen versorgen lassen. Und so wurde aus dem sonnenreichen Tag ein Gemeinschaftsprojekt mit ganz viel Gärtnern, Yoga und leckeren, gesunden Salaten und Snacks.

Auf die richtige Vorbereitung kommt es an.

Mit einer entspannten AYI® Pre-Gardening-Session stimmte uns Melanie mit einigen Sonnengebeten und Asanas auf die anstehende Gartenarbeit ein. Locker und fröhlich gestimmt machte sich dann die eingefundene Gärtnerschar, bewaffnet mit Handschuhen und Gartenschaufeln, ans Werk.

Urban Gardening – was ist das eigentlich?

Der Urban Gardening Trend startete in den 1970er Jahren in New York, erzählt Raphaela. Dort wurden Dächer und Gärten oder Grünstreifen mit sogenannten „seed bombs“ begrünt, mit der Zeit wurde also nicht nur Blühendes, sondern auch Gemüse angepflanzt. Jedoch wurde beobachtet, dass die Pflanzen vermehrt Schwermetalle z. B aus Abgase aufnahmen. Daher wurden schrittweise immer mehr Hecken zwischen den bepflanzten Grünstreifen und Straßen gebaut, so dass die Pflanzen einer geringeren Belastung ausgesetzt waren. Natürlich ging es bei diesen Projekten auch um die Begegnung mit der Natur – und mit Gleichgesinnten. Die gemeinschaftliche Gestaltung belebte darüber hinaus die innerstädtischen Räume. Der bekannte Prinzessinnengarten in Berlin ist ein gelungenes Beispiel dafür.

Umsetzung im AYI® Ulm

Zu Beginn erklärte uns die 23-jährige Yogini unser Vorgehen. Und verriet uns dabei auch, wie es überhaupt zu diesem Gemeinschaftsprojekt gekommen war. Die Münsteranerin wohnt seit September 2015 in Ulm. Auf einem Oster-Retreat lernte Sie Melanie und Ronald sowie die AYI® Innovation Übungsmethode kennen. Begeistert von den beiden und vom Asthanga Yoga Institut zog sie nach Ulm, nahm ein Spontaninterview bei der Staudengärtnerei Gaissmayer in Illertissen wahr und schon war ihr neuer Lebensmittelpunkt die schmucke Stadt an der Donau. Mitgebracht hatte sie uns, neben einer Menge an Pflanzen und diversen Erden, Saatgut (ohne Genmanipulation) und Buchmaterial rund ums Eintopfen.

An die Erde, fertig los!

Losgelegt haben wir mit der Herstellung der richtigen Erdmischung zur Erzeugung eines nährstoffreicher Bodens, die uns Raphaela zuvor gezeigt hatte. In verschiedene Arbeitsgruppen ging es dann laut vorgefertigtem Plan  und mittels der richtigen Technik ans Pflanzen. Wichtig war hier, das Wurzelwerk der Pflanze nach dem Loslösen aus dem Plastiktopf zu lockern, also etwa mit einer Heckenschere einzuschneiden oder mit den Fingern zu lockern, so dass eine weitere Verwurzelung im neuen Erdreich gewährleistet werden kann. Eingetopft wurde in „weiße Bäckersäcke“ und in mit Säcken ausgelegten Bäckerkisten. Hier gilt: Nahezu jedes Gefäß kann bepflanzt werden, man muss nur seiner Kreativität und Ideen freien Lauf lassen. Dann werden sogar Blechdosen oder alte Tassen schnell zur kreativen Blumenampel.

Natürlich haben wir die Pflanzen auch mit Beschriftungen versehen und mit leichtem Wasserstrahl angegossen. Koriander, Blut-Ampfer, Gewürz-Salbei, Kerbel, pfeffriger Oregano, Kümmelthymian und Gartenlavendel sind nur einige der neuen Dachterrassenbewohner. Neben dem Spaß am Gärtnern gab es so automatisch gleich noch eine Portion Kräuterwissen mit dazu, denn  Raphaela brachte uns während der gesamten Pflanzaktion auch die Kräuterwelt mit interessanten Details näher . Dabei half uns auch Daniel Pfeiffer, ein weiterer Fachmann der Staudengärtnerei, der im Laufe des Nachmittags im AYI vorbei schaute, um die Fragen der Yogi-Gärtner zu beantworten. Natürlich blieb dabei aber auch noch ausreichend Zeit für nette Gespräche und den einen oder anderen Tee oder eine Pause mit feinem Selbstgemachtem und leckeren Snacks. 

Was haben die Himbeere, der Stauden-Rucola und die Kiwi gemeinsam?

Sie sind nun alle auf der Dachterrasse des AYI aufzufinden. Fachmännisch mit der richtigen Erdmischung eingetopft und an einem sonnigen Plätzchen platziert. Und noch eines haben die neuen Pflanzen alle gemeinsam – sie dürfen auch geerntet werden! „Die Yogis dürfen also nicht nur die reifen Früchte auf der Matte, sondern auch direkt vom Gartentopf ernten,“ freut sich Melanie.

Im AYI befinden sich nun in erster Linie mehrjährige Pflanzen. Bei ungefähr 80% der Pflanzen handelt es sich um Kräuter, also um essbare Pflanzen. Das Tolle ist, so Raphaela, dass sie jeden Platz, sei es Balkon oder Terrasse sofort verschönern. Außerdem sind die Pflanzen unglaublich wandelbar und man kann sowohl Blätter als auch Blüten ernten. Darüber hinaus sind sie pflegeleicht und die Blätter und Blüten lassen sich wunderbar verarbeiten, zum Beispiel frisch in einem schmackhaften Sommersalat oder getrocknet, wie etwa die Petersilie, die Verbene, aus der sich ein wohlschmeckender Tee zaubern lässt, oder der Liebstöckl – auch Maggikraut genannt – der sich hervorragend in der Suppe macht. Das einzige was die Pflanzen jetzt noch brauchen, ist Zeit zum Wachsen. „Jetzt kann vor allem die Veränderung von Farbe und Form beobachtet werden,“ meint Raphaela. Zudem gibt es noch einige Beerenpflanzen, wie die Himbeere aus der Pflanzaktion des Vorjahres, und natürlich den Bambus, der die Dachterrasse einfach nur verschönert.

Wer sät, der darf auch ernten ;-)

Das Ziel des Gemeinschaftsprojekts der AYI® Yogis war es, die Schule grüner werden zu lassen, um so gleichzeitig eine gelungene neue Übungsatmosphäre zu schaffen. Die Idee ist, dass Yogis dann nicht nur das gute Gefühl der Yogapraxis mit nach Hause nehmen, sondern gleichzeitig noch das passende Kraut oder Gewürz für die gesunde Yogi-Ernährung. Das Buch „Echt scharf“, das uns Raphaela mitgebracht hat, bleibt deshalb auch im AYI zur Auslage, so dass die Yogis etwas zum Nachblättern, Schmökern und Inspirieren lassen haben.

Nach getaner Arbeit und Begutachtung unseres Werkes fanden wir uns zum Abschluss noch einmal auf der Matte auf. Passende Lockerungsübungen für den Schulter- und Nackenbereich waren ein gelungener Ausklang dieses wundervollen arbeitsreichen Sonnentages.

Übungsidylle pur

Pflegeleicht sind die Pflanzen ja, aber für genügend Wasserzufuhr muss natürlich trotzdem gesorgt werden. Insbesondere in den Sommermonaten wäre es daher toll, wenn sich zahlreiche Mitwirkende von euch bereit erklären würden, die Pflanzen - vor oder nach dem Üben auf der Matte - zu gießen, damit wir unsere grüne Oase alle möglichst lange in dieser Form genießen können.

Überwintert werden die Pflanzen anschließend bei nicht allzu strengen Wintermonaten auf der Terrasse. Hier hilft eine Kokosmatte, die um die Pflanzenkübel herum angebracht wird.

Bald kann also schon „Outdoor“ geübt werden: Eine gemütliche Hängematte, ein Stein-Ganesha und die kunterbunte Pflanzenwelt sorgen für ein hübsches Idyll in der Oststadt. „Selbst bei starker Sonneneinstrahlung können wir bald nach draußen, denn der nächste Plan ist die Anbringung eines  Sonnensegels,“ verrät uns Melanie und freut sich, schon bald den „Duft“ von weißer Melisse oder griechischem Bergtee beim Üben zu schnuppern, der sie bereits auf das bevorstehende AYI® Summer-Retreat in Griechenland am 4.-11. Juni 2016 einstimmt. 

Veröffentlichungs Ort

AYI Schulen

AYInstitute® Ulm

Frauenstraße 124, 89073 Ulm, Deutschland

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