Netzwerk

Am 01.05.2016 war es so weit: Mit einem Tag der offenen Tür öffnete das Yogability in Herdecke erstmals seine Pforten und bietet künftig auf 130qm optimale Bedingungen zum Praktizieren, Reflektieren und Entspannen.

Sabine: Svenja, Du hast kürzlich gemeinsam mit Deinem Mann ein eigenes Studio eröffnet – wie bist Du selbst überhaupt zum Yoga gekommen?

Svenja: Die ersten Schritte meines Yogaweges habe ich meiner Mutter zu verdanken, die selber seit vielen Jahren Yoga praktiziert und unterrichtet. In Kontakt mit Ashtanga Yoga kam ich allerdings erst viel später, als ich mit meinem Mann in Sydney lebte. Überredet von meinen Arbeitskolleginnen ging ich nach Feierabend zu einer Led-Class. Es war Liebe auf den ersten Atemzug: Die Dynamik, die Verbindung von Atem und Bewegung sowie die kraftvolle und gleichzeitig elegante Ausdrucksweise haben mich von Anfang an begeistert. Von da an ließ mich der Ashtanga Yoga nicht mehr los. Zurück in Deutschland suchte ich nach einer Möglichkeit, tiefer in die Welt des Ashtanga Yoga einzutauchen. Und so begab es sich, dass ich bald darauf Schülerin von Anna Trökes und Ronald Steiner wurde, die 2010 eine erste gemeinsame BDY-Yogalehrerausbildung anboten. Es war eine der besten Entscheidungen, die ich jemals getroffen habe. Innerhalb der 4-jährigen Ausbildung zum Ashtanga Yogalehrer BDY/AYI® wurde mir gezeigt, wie uraltes Wissen sinnvoll mit neuen Methoden verbunden werden kann.

Während der Ausbildung brachte ich meine beiden Töchter Frida und Hanna zur Welt. Durch das Konzept von AYI®, die traditionelle Ashtanga-Übungsfolge individuell zu modifizieren, konnte ich auch während des „runder werdenden Bauches“ auf der Matte praktizieren. Geprägt von diesem „WOW-Erlebnis“ ist es seitdem mein Bestreben, meinen Schülern Modifikationen an die Hand zu geben, mit denen sie gemäß ihren Voraussetzungen und Können praktizieren können.

Sabine: Wie ging es anschließend weiter bzw. seit wann unterrichtest Du?

Svenja: Mein Weg als Ashtanga Yogalehrer begann vor etwas mehr als 3 Jahren, zunächst in Koblenz, wo ich im Rahmen des Uni-Sports einen Ashtanga Yoga-Kurs anbot. Dieser Kurs war zunächst alles andere als individuell und modifiziert, da ich meistens um die 50 bewegungsfreudige junge Studenten und Studentinnen vor mir hatte.


Kurze Zeit später zogen wir nach Herdecke in mein altes Elternhaus. Dort bauten mein Mann und ich das Erdgeschoss zu einem kleinen Yogastudio um, in welchem ich vier Abendkurse (mit maximal 10 Teilnehmern) unterrichtete.

In der Zeit des Umbaus entstand auch der Name „Yogability“ – ein Kompositum aus „Yoga“ und „Ability“, wobei sich „Ability“ mit „Fähigkeit“ übersetzen lässt. Damit soll zum Ausdruck kommen, dass Yogability grundsätzlich alle Menschen dazu einlädt, in die Welt des Yoga einzutauchen. Jeder – unabhängig vom Alter, Geschlecht, Herkunft, körperlicher Konstitution bzw. körperlichen Einschränkungen – soll bei uns die Fähigkeit erhalten, Yoga üben zu können.

Wir möchten einen intelligenten Yoga anbieten, der auf den jeweiligen Teilnehmer zugeschnitten ist. Anna Trökes sagte in meiner Ausbildung, dass Yoga wie ein bunter Blumenstrauß sei: Jeder kann sich seine Lieblingsblume pflücken. Es gibt nicht „DEN“ Yoga, genauso wenig wie es „DEN“ Yogi oder „DIE“ Yogini gibt. Das bedeutet, dass wir bei Yogability versuchen, die für den/die Teilnehmer/in passende Blume zu finden, um für ihn/sie die positiven Wirkungen von Ashtanga Yoga erlebbar zu machen.

Dieser Ansatz wurde von Anfang an von vielen meiner Teilnehmern so positiv aufgenommen, so dass mein Mann und ich uns vor ein paar Monaten dazu entschlossen, ein größeres Studio zu eröffnen. Seit Anfang Mai präsentiert sich Yogability auf einer Fläche von 130m2 im Herzen von Herdecke – für alle, die nicht aus dem Ruhrgebiet kommen: Herdecke liegt direkt neben Dortmund in NRW ;). Das Team von Yogability besteht neben mir aus vier weiteren Yogalehrerinnen (meiner Mutter eingeschlossen).

Sabine: Ihr setzt bei vielen eurer Kurse auf die AYI® Methode – warum habt ihr euch dafür entschieden und was zeichnet diese für euch aus?

Svenja: Sri K. Pattabhi Jois soll einst gesagt haben: „Everyone can do Ashtanga. Except lazy people.“ Dieser Satz wurde nun endlich durch die Methode von AYI® sinnvoll auf die Matte übertragen. Das bisher vorherrschende Bild, Ashtanga Yoga sei nur für Turner, Tänzer oder sportliche Teilnehmer geeignet, verblasst langsam. Wir haben bei Yogability Teilnehmer mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen und Wünschen. Und keiner wird bei uns nach Hause geschickt oder muss Angst haben, sich zu überfordern. Das Ziel ist es, innerhalb der traditionellen Übungsfolge des Ashtanga Yoga eine individuelle Übungsausführung zu erarbeiten. Das kann äußerlich sehr unterschiedlich aussehen – aber alle haben eins gemeinsam: die bewegte Meditation.

Sabine: Wie sieht das konkret aus? Welche Kursformate bietet ihr dafür an?

Svenja: Für den Einstieg in den Ashtanga Yoga bieten wir einen wöchentlichen Basic-Kurs an, in dem der Teilnehmer mit dem System des Ashtanga Yoga vertraut gemacht wird. Dort werden klassisch Einsteigervarianten der verschiedenen Asanas im Stil der Led-Class vermittelt.
Den zweiten Baustein bilden die Mysore Klassen, welche dreimal wöchentlich angeboten werden. Dort erarbeite ich gemeinsam mit meiner Kollegin Svenja Sayk, ebenfalls einer AYI® Lehrerin, eine individuelle Übungspraxis für bzw. mit dem Schüler.
Ergänzend dazu bieten wir zweimal pro Woche geführte Stunden an, in denen der Fokus pro Stunde wechselt, z.B. Alignment der einzelnen Körperbereiche, Atem, Bandha, etc.

Sabine: Im neuen Studio habt ihr offensichtlich die optimalen Rahmenbedingungen geschaffen, um zu praktizieren und den Yoga zu erleben. Was macht Yogability aus Deiner Sicht so besonders?

Svenja: Neben der zentralen Lage und dem schönen Ambiente der neuen Räumlichkeiten, bieten wir flexible Tarife und ein abwechslungsreiches Kursprogramm. Neben Ashtanga Yoga gibt es beispielsweise auch Yoga-Therapie, Hatha-Yoga, Rücken-Yoga und Yin Yoga.


Unser Yogashala-Studio – wobei shala soviel wie Wohnzimmer bedeutet –  soll für viele Menschen ein Ort werden, an dem sie sich wohl fühlen und an dem sie die Möglichkeit bekommen, sich selbst näher zu kommen. Also ein Yoga-Wohnzimmer zum Ankommen, Entschleunigen und Auftanken.

Sabine: Ihr habt in den letzten Jahren offensichtlich einiges geschafft. Wie soll es nun weitergehen?

Svenja: Auch nach Abschluss meiner Ausbildung bin ich in engem Kontakt mit Ronald geblieben. In regelmäßigen Abständen begleite ich ihn auf Wochenendworkshops und/oder MTCs. Damit kann ich meine Kenntnisse vertiefen und erhalte neue Impulse, sowohl für meine eigene Übungspraxis als auch für den Unterricht.
Als Expert AYI® Lehrerin freue ich mich, zukünftig meinen Schülern einen noch tieferen Einblick in den traditionell-innovativen Ashtanga Yoga geben zu können: Ab Mitte 2017 wird Yogability eine einjährige AYI® Inspired-Ausbildung anbieten. Parallel dazu bieten wir eine einwöchige Inspired Quereinstieg-Ausbildung exklusiv für Yogalehrer an, die eine neue Inspiration suchen.

Sabine: Das klingt nach großartigen Plänen! Herzlichen Dank für das Interview und viel Erfolg für die nächsten Schritte!

Veröffentlichungs Ort

AYI Schulen

Yogability

Mühlenstraße 9, 58313 Herdecke, Deutschland

×