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Praxis

Yoga für Kinder – bedeutet das, dass Kinder gezwungen werden, sich still auf eine Matte zu setzen und zu meditieren? Nein, auch wenn viele Leute dies denken! Florian Sprater erzählt uns wie es wirklich zugeht.

“Meine Matte bleibt platt und ich bleibe auf meiner platten Matte!“ Ein Kinderyogalehrer plaudert aus dem Nähkästchen.

Yoga für Kinder – bedeutet das, dass Kinder gezwungen werden, sich still auf eine Matte zu setzen und zu meditieren? Nein, auch wenn viele Leute dies denken! Wenn ich ein Foto von einem Kind mit geschlossenen Augen im Lotussitz sehe, muss ich unweigerlich grinsen, denn das ist für mich kein Kinderyoga. Im Kinderyoga sind wir viel in Bewegung, erleben gemeinsam spannende Yogageschichten und die kleinen Yogis entdecken dabei ihren Körper. Wir gehen zum Beispiel auf eine Reise nach Afrika, treffen dort die verschiedenen wilden Tiere und verwandeln uns mit Hilfe der jeweiligen Yogaübung direkt in diese. Natürlich baue ich auch Atem- und Meditationsübungen ein, aber eben auf kindgerechte Art und Weise, meist verpackt in ein Spiel, so dass die Kinder es gar nicht merken.

Meine erste Kinderyoga-Stunde als Erwachsener

Schon während meiner Erwachsenen-Yogalehrer-Ausbildung stand für mich fest, dass ich auch Kinder unterrichten möchte. Als ich auf der Yoga-Expo zum ersten Mal eine Kinderyoga-Stunde für Erwachsene mitmachen durfte, hat es mich begeistert zu erleben, wie spielerisch Yoga für Kids ablaufen kann. Um den ganzheitlichen Ansatz von Yoga kindgerecht vermitteln zu können, habe ich mich im Anschluss für eine spezielle Kinderyoga-Ausbildung entschieden. In meiner Ausbildung wurde mir das Wissen in drei Modulen vermittelt: Kindergartenkinder, Schulkinder und Teens, denn jede Altersgruppe hat spezielle Bedürfnisse und sollte anders unterrichtet werden.

Yoga wirkt! Und zwar auch schon bei den kleinen Yogis.

Eltern bestätigen mir die positiven Wirkungen von Kinderyoga wie etwa die Verbesserung der Körper- und Sinneswahrnehmung, den Abbau von Ängsten und Aggressionen und die Erhöhung des Selbstwertgefühls sowie der Konzentrationsfähigkeit. Die gelernten Yogaübungen können die Kinder dann später auch selbstständig einsetzen, beispielsweise wenn sie Stress in der Schule haben. Ein Kind hat mir einmal erzählt, dass es im Geiste „Om“ wiederholt und dadurch ruhiger wird, wenn es gestresst ist. Ist das nicht wunderbar? Mit diesem Handwerkszeug sind die Kinder gut für das weitere Leben gerüstet.

Wie Regeln eine Kinderyoga-Stunde erleichtern können

Aber was hat es nun mit “Meine Matte bleibt platt und ich bleibe auf meiner platten Matte!“ auf sich? Das ist eine der Regeln, die ich vor jeder Stunde mit den Kindern durchgehe. Denn wie im echten Leben, so gibt es auch im Kinderyoga Regeln, an die sich die Kinder halten sollen. Diese Regeln wurden mir im Rahmen meiner Kinderyogalehrer-Ausbildung von meiner Ausbilderin Sanne Eichinger vermittelt. Und ich muss gestehen, dass ich damals stark daran zweifelte, ob ich wirklich solche Regeln brauchen würde. Ich fragte mich, wieso Kinder überhaupt mit ihrer Matte spielen oder diese gar während der Stunde verlassen sollten. Das ergab für mich keinen Sinn – und ich werde doch bestimmt autoritär genug sein, das ohne Regeln in den Griff zu bekommen. Ich durfte jedoch gleich in meiner ersten Stunde erfahren, warum diese Regeln so wichtig sind und was passiert, wenn keine Regeln ausgemacht wurden: Die Kinder spielten, genau wie vorhergesagt, mit den Matten herum oder liefen – meist Jungs - schon auch mal ohne Aufforderung durch den Raum. Da ist es sehr hilfreich, wenn ich mich auf die Regeln beziehen kann, denn die haben wir ja am Anfang der Stunde besprochen. Dann muss ich nur „die Matte bleibt platt“ sagen und meist ist das Problem allein schon dadurch ohne Schimpfen und Diskussionen gelöst. Kinder brauchen klare Regeln und sind meiner Erfahrung nach auch sehr dankbar dafür. Sie werden sogar aktiv eingefordert: Falls ich einmal vergessen haben sollte, sie am Anfang zu besprechen, bekomme ich das sofort zu hören oder die Kinder weisen sich gegenseitig darauf hin, wenn ein Kind eine Regel gebrochen hat.

Plan B und C immer in der Hinterhand

Yoga mit Kindern ist im Allgemeinen sehr spontan und intuitiv. Wenn ich eine Stunde vorbereite, mache mir Gedanken zum Thema und erarbeite die passenden Übungen und Yogaspiele. Jedoch versuche ich gleichzeitig auch immer, mindestens einen Plan B, besser noch zusätzlich einen Plan C in der Hinterhand zu haben. Wir Erwachsenen zeigen in einer Yogastunde selten, wie es uns wirklich geht. Bei Kindern merkst Du die Stimmung der Gruppe schon, wenn sie in den Raum kommen. Dann schaue ich, was die Kinder heute brauchen. Und wenn es nicht mit dem übereinstimmt, was ich vorbereitet hatte, dann kommt Plan B oder C zum Einsatz. Wenn ich zum Beispiel eine Stunde mit ruhigen Übungen vorbereitet habe, die Kinder aber ganz aufgekratzt zur Stunde kommen, weil sie wegen des schlechten Wetters nicht nach draußen konnten, mache ich weder mir noch den Kindern eine Freude, an diesem Stundenplan festzuhalten. Ich lasse sie dann lieber Übungen machen, bei denen sie ihre überschüssige Energie abbauen können, z. B. mit Hilfe des Vulkans. Bei dieser Übung stehen wir mit geschlossenen Beinen, geben die Handflächen vor dem Körper zusammen und lassen die Hände langsam wie Lava Richtung Kopf wandern. Über dem Kopf öffnen sich dann die Arme schlagartig in einer großen Bewegung und einem Sprung in die Grätsche, genau so als würde die Lava aus dem Vulkan spritzen. Wenn diese Übung mehrmals wiederholt wird, sollte der Ärger verschwunden sein. Wie immer im Yoga hilft auch hier Anspannen und Entspannen und so endet die Stunde jedes Mal mit einer kindgerechten Endentspannung, beispielsweise mit einer Schildkröte (eigentlich ein Schlaflicht), die Sterne an die Decke wirft und einer kleinen Geschichte.

Mehr zur Durchführung einer Kinderyogastunde im Allgemeinen, wie Kinderyoga im Alltag eingebaut werden kann oder auch welche Voraussetzungen Du als Kinderyoga-LehrerIn mitbringen solltest, kannst du in meinen nächsten Artikeln erfahren. Bis dahin freue ich mich auf Kommentare und Fragen von euch.

Das sagen die Eltern:

„Seit mein Sohn im Kinderyoga ist, sind seine Wachstumsschmerzen verschwunden“ Mutter eines 8jährigen Sohnes.

„Meine Kleine hat seit langer Zeit Schlafstörungen, doch wenn sie vom Kinderyoga kommt, schläft sie durch!“ Mutter einer 4jährigen Tochter.

„Meine Tochter hat sehr viel Energie, aber wenn sie aus dem Kinderyoga kommt, ist sie den Rest des Tages viel ausgeglichener und ruhiger.“ Mutter einer 7jährigen Tochter.

Ringbuch 48 Seiten
ISBN: 978-3-00-055204-5
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Govinda das Erdmännchen – Oder: Warum Zebras Streifen haben …

Ich habe im letzten Jahr vermehrt von Eltern gehört, dass sie mit ihrem Kind gerne auch zu Hause Yoga üben würden, da die Kinder so viel Spaß daran haben und es ihnen sehr gut tut. Jedoch fehlt den Eltern meist das Wissen zu den Übungen. Da war mir schnell klar, dass ich ein Kinderyoga-Mitmachbuch schreiben möchte, damit Kinderyoga auch im Wohnzimmer mit den Eltern und nicht nur während der Kinderyogastunde geübt wird. Als Protagonist meines ersten Buches „Warum Zebras Streifen haben …“ entschied ich mich für das neugierige Erdmännchen „Govinda“ der Klein und Groß auf eine spannende Entdeckungsreise durch Afrika mitnimmt. Das Erdmännchen begegnet dabei Elefanten, Giraffen, Löwen, Wildhunden und Schlangen und lässt sich von den Zebras erklären, warum sie so lustige Streifen haben. Besonders wichtig war mir dabei, dass keine Vorkenntnisse in Yoga notwendig sind und somit jeder eine kleine Yogaeinheit mit seinem Kind durchführen kann.

 

 

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