Praxis

Wir ahnten nicht was passiert als wir unseren erst ein paar Wochen alten Sohn zwischen unsere Yogamatte legten. Zunächst lag er einfach nur da, aber dann …

Wie wir mit unserem Sohn Yoga üben

Die Yogapraxis ist für uns ein wichtiger Bestandteil in unserem Leben, vielleicht der Wichtigste. Deshalb dauerte es nicht lange bis wir (Melanie und Ronald) mit unserem kleinen Sohn nun zu dritt auf der Yogamatte standen. Wir hatten beide unsere Matte ausgebreitet und dazwischen ein kleines Bettchen für unseren Sohn gebastelt.

Und da lag er nun auch ganz vergnügt zwischen uns. Er schaute mit großen Augen zu seinen beiden Eltern. Wir singen das Mantra. Der gleichmäßig rauschende Atem setzt ein. Unser Sohn scheint fasziniert. Einatmung und Ausatmung. Ein Arm hebt sich, ein Arm senkt sich. Die Beine gehen in die Luft und senken sich wieder. Und dann gluckst der Kleine und fängt an sich zu recken und strecken. Er schiebt die Arme weit von sich und genießt es. Er dreht sich zur Seite und zur anderen. Er greift in die Luft und zieht sich klein.

Sicher kennt unser Sohn nicht die Philosophie des Yoga oder seine Haltungen. Doch irgendwie versteht er: Mama und Papa bewegen sich und haben Freude dabei. Also tut er das Gleiche. Er bewegt sich und genießt es.

Was ist Yoga eigentlich?

Was unser Sohn hier so ganz natürlich begreift, hat Jahre gebraucht bis wir Eltern es für uns umsetzen konnten:
Yoga ist zumindest dreitausend Jahre alt. Doch nicht die Techniken sind dreitausend Jahre alt, sondern die grundlegende Idee dahinter: Es geht im Yoga darum seine wahre Natur zu erfahren.
Zum Vergleich: Auch in der Medizin geht es seit Jahrtausenden darum andere Menschen zu heilen. Die konkreten Methoden wandelten und entwickelten sich jedoch stets.
Die Techniken des Yoga begannen vor dreitausend Jahren mit rituellen Handlungen, philosophischen Exkursen. Bald kamen Übungen der Meditation und mit dem Atem dazu.

Warum es im Yoga darum geht sich einfach nur gut zu fühlen

Die tantrische Philosophie schließlich brachte eine neue Sicht auf den Menschen mit sich. Alles ist mit allem verbunden. Wenn wir unsere wahre Natur erfahren möchten, dann Bedarf dies einen klaren Geist. Um diesen jedoch zu erreichen ist die körperliche Balance der erste Schritt. Denn Körper und Geist beeinflussen sich gegenseitig. So wurden Körperübungen mehr und mehr Bestandteil der Yogapraxis.

Der einzige Sinn unseres Übens ist es also körperlich und mental in Balance zu kommen. Ganz banal könnten wir sagen uns gut zu fühlen. Wir beginnen ganz körperlich und genießen Dehnung, Anspannung und Bewegung. Wir umarmen uns selbst und lassen unnötige Spannungen los. Wir atmen tief und erfreuen uns des wohltuenden Schwitzens.

Was unser Sohn davon versteht und was wir von ihm lernen können

Als Erwachsene bemühen wir uns oft in der Yogapraxis „besser“ zu werden – flexibler, kräftiger, gesünder. Unser Sohn versucht das nicht. Er beobachtet uns und taucht sofort in die Essenz des Yoga ein. Er ist vollkommen im Hier und Jetzt und genießt die Möglichkeiten seines kleinen Körpers.
Wenn Du also das nächste Mal versuchst eine Übung zu lernen, erinnere Dich daran. Es geht im Yoga nicht darum etwas zu meistern, sondern lediglich um den genussvollen Prozess des Tuns.

Viel Freude beim Üben!

9 Nachrichten

  • Reinhard Neuwirth

    am 03.08.2017

    Lieber Ronald !
    Danke für den schönen Beitrag... das Leben mit den Augen eines Vaters und Yogis gesehen... :-)
    und für mich persönlich auch die Essenz der AYI-Quereinstiegs-Ausbildung (speziell der [...] Lieber Ronald !
    Danke für den schönen Beitrag... das Leben mit den Augen eines Vaters und Yogis gesehen... :-)
    und für mich persönlich auch die Essenz der AYI-Quereinstiegs-Ausbildung (speziell der Mysore-Einheit am letzten Tag) von vor drei Wochen ...
    eine Frage habe ich natürlich (wie immer ;-)
    ein Säugling befindet sich ja meistens (außer er ist hungrig, die Mama ist nicht da, die Windel ist zu nass,...) in einem Zustand
    exquisiten Körpergefühls... wie können Menschen mit Einschränkungen, Beschwerden,... diese Essenz des "Genießens des Tuns" z.B. in therapeutischen Übungen, wo wir doch offensichtlich ein Ziel verfolgen und auch oft mit Schmerzen oder zumindest Widerständen konfrontiert sind, umsetzten?

    weiterhin viel Freude beim Kiran-Yoga :-) und Om Shanti, Reini

    • Dr. Ronald Steiner

      am 08.08.2017

      Hallo Reini, vielen Dank! Die Kunst ist es das Ziel loszulassen. Dann geht alles viel leichter. :) Viel Freude. Ronald Hallo Reini, vielen Dank! Die Kunst ist es das Ziel loszulassen. Dann geht alles viel leichter. :) Viel Freude. Ronald

  • Gabriela Brändle

    am 02.08.2017

    Hallo ihr zwei, ist einfach nur schön zu lesen; die Essenz von Yoga auf den Punkt gebracht, ganz spielerisch, natürlich und ohne Erwartungen an sich selber. Weiterhin viel inspirierende Momente mit [...] Hallo ihr zwei, ist einfach nur schön zu lesen; die Essenz von Yoga auf den Punkt gebracht, ganz spielerisch, natürlich und ohne Erwartungen an sich selber. Weiterhin viel inspirierende Momente mit dem kleinen Yogi!
    Herzlich
    Gaby Brändle

  • Ingrid Herdin

    am 01.08.2017

    Ihr drei seid so inspirierend für diese Welt. Vielen lieben Dank. Ich freue mich immer wieder auf´s Neue auf Eure Beiträge. Es motiviert mich täglich weiter zu praktizieren. Und es lohnt sich will ich [...] Ihr drei seid so inspirierend für diese Welt. Vielen lieben Dank. Ich freue mich immer wieder auf´s Neue auf Eure Beiträge. Es motiviert mich täglich weiter zu praktizieren. Und es lohnt sich will ich meinen - jeden Tag und immer wieder! Es ist so einfach. LG von Ingrid

    • Dr. Ronald Steiner

      am 08.08.2017

      Ganz liebe Grüße auch an Peter. Ich freue mich schon ihn nächste Woche wieder zu sehen. Ganz liebe Grüße auch an Peter. Ich freue mich schon ihn nächste Woche wieder zu sehen.

    • Ingrid Herdin

      am 08.08.2017

      Mach ich lieber Ronald. Peter hat schon alles gepackt für die Reise. Er freut sich schon sehr. LG Mach ich lieber Ronald. Peter hat schon alles gepackt für die Reise. Er freut sich schon sehr. LG

  • Suphap Meier-Böke

    am 01.08.2017

    Hallo Ronald ich finde Fam. Yoga ist einfach gigantisch, "Vorbild". Ich freue mich immer auf mein Matte Steht. Ich habe mein Sohn auch von dir viel erzählen. Vl. schaft ich ihn überzeig. Bist dahin [...] Hallo Ronald ich finde Fam. Yoga ist einfach gigantisch, "Vorbild". Ich freue mich immer auf mein Matte Steht. Ich habe mein Sohn auch von dir viel erzählen. Vl. schaft ich ihn überzeig. Bist dahin wünsche ich Euch viel Sonne licht und Energie.
    Namaste Sui

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