Yogatherapie

Auf der Stuttgarter YogaExpo 2012 hielt Dr. Ronald Steiner einen Vortrag über Yoga als Therapie bei Schmerzen und die grundsätzlich gesundheitsfördernde Wirkung einer individuell angepassten Yogapraxis.

Anlass war die Stuttgarter YogaExpo vom 12. bis 14. April 2012. Neugierig hatte ich mich auf den Weg gemacht, um zu sehen, was so eine Expo bietet. Begrüßt wurde ich mit einem von Ronald Steiner getönten »Om« und dem Schlussmantra der Ashtangatradition. Messestände mit Yogakleidung, Zubehör von Klangschalen und Statuen bis hin zu Yoga-Matten und Hilfsmitteln, Nahrungsergänzungen, veganem Käse, Reisen, Bücher, Zeitschriften und mehr bildeten den Rahmen für ein vielfältiges Angebot an Vorträgen und praktischen Stunden. Beendet wurden Freitag und Samstag jeweils mit einem »After-Show Kirtan«.

Vortrag Yoga-Therapie, Ronald Steiner

In seinem Vortrag geht Ronald Steiner darauf ein, dass Yoga immer gesundheitsfördernd ist, wenn es angepasst wird. Allgemeine Beschwerden lassen sich durch eine gute Anleitung im Gruppenunterricht (mit Bewegung, Entspannung, Kräftigung, Dehnung) lindern bis beheben; spezifische Beschwerden müssen ggf. in einer Einzelstunde angepasst werden. Krankheiten werden durch Yoga häufig gelindert, was aber nicht immer Schmerzfreiheit bedeutet (genannt wurden Rückenprobleme, Knie- und Hüftgelenkbeschwerden). Belegt werden seine Ausführungen mit amerikanischen Studien in denen Yoga, Physiotherapie sowie das Üben nach einen Buch verglichen werden. Kontrolliert wurde nach 4 und 26 Wochen. Nachhaltigkeit wurde am besten bei Yoga sichtbar, danach folgte jeweils Üben mit Buch. Physiotherapie hatte zwar nach vier Wochen noch eine annähernd gleiche Bilanz wie Yoga, nach 26 Wochen war vom Behandlungserfolg praktisch nichts mehr zu sehen.

Krankheit > Verarbeitung > Leiden

Leid entsteht aus negativen Ansichten, negativem Glauben. Um Leiden zu vermeiden, muss die Verarbeitung der Krankheit verändert werden, hier ist der Ansatzpunkt für Heilung, für die Besinnung auf den Wesenskern. Yoga als beharrliche – tägliche – Praxis verhilft zu einem optimistischeren Verhalten und Empfinden. Sich jeden Tag neu bemühen, dann sind Veränderungen möglich. Hilfe kommt immer von innen, nie von außen. Das Wissen um den eigenen Körper verbessert sich, die Erwartung etwas verändern zu können steigt.

  • Optimismus ist erlernbar. Die positiven Anteile werden zum Ausdruck gebracht.
  • Die gedankliche Ausrichtung ist bei dem, was noch möglich ist, und nicht auf der Einschränkung.
  • Der Wesenskern ist göttlich, gesund, lebendig, gut, heil... Im Yogaüben erfährt der Mensch immer mehr den Wesenskern, bringt das Göttliche in sich immer besser zum Ausdruck. Der Wesenskern »flutet den Körper«.
  • Dem eigenen Atem lauschen. Der Atem ist Bindeglied zwischen grobstofflicher und feinstofflicher Welt.

Vorurteilsfreie Wahrnehmung des Selbst – des (eigentlichen göttlichen) Wesenskerns – lässt frei von Vorurteilen (vrittis), frei von Leid, unabhängig vom Körper werden. Eine klare Sicht, ohne Projektionen ist dann möglich.

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