Im vierten Kapitel des Yoga Sutra von Patanjali geht es schließlich um die Befreiung - Kaivalya Pada.

Yoga Sutra

Kaivalya-Pada

Satz 32

tatah kritarthanam parinama-krama-samaptir-gunanam ||32||

ततः कृतार्थानं परिणामक्रमसमाप्तिर्गुणानाम् ॥३२॥

tataḥ kr̥tārthānaṁ pariṇāma-krama-samāptir-guṇānām ॥32॥

Hierdurch erfüllt sich der Sinn der Veränderung und alle Wandlung (Krama) der Materie (Guna) findet ihr Ende. ||32||


tataḥ = (adv. von tatas) dadurch, dann
kr̥ta = (nom. sg. f.) erfüllt
arthāna = (iic. von ārtha) Zweck, Sinn, Ziel
pariṇāma = (iic.) Veränderung, Wandel
krama = (iic.) Wandlung, Abfolge, Vorgang, Folge
samāptiḥ = (nom. sg. f. von samāpti) das Ende, ist beendet
guṇānām = (g. pl. m. von guṇa) der Gunas, die drei Grundeigenschaften der Materie, aller Materie.

Der Mensch als Maus

Stellen wir uns erneut vor, wir sind kleine weiße Mäuse in einem Laufrad. Vor dem Laufrad hängt ein Stück Käse. Wir versuchen es zu erreichen, indem wir laufen und laufen. Wir werden immer schneller, doch anstatt dem Käse näher zu kommen, dreht sich das Laufrad immer schneller. Irgendwann sind wir erschöpft, doch wir sind unserem Wunsch kein Stück näher gekommen. Als Menschen stecken wir sehr oft in solch einem Laufrad. Wir glauben glücklich zu sein, wenn wir etwas Bestimmtes erreicht haben oder eine Aufgabe erledigt ist. Doch haben wir das Ersehnte erlangt, erwächst auch schon der nächste Wunsch. Die Veränderungen in der Welt halten uns ständig in Bewegung. Wir wollen etwas erreichen oder im umgekehrten Falle etwas vermeiden. Wirkliche innere Zufriedenheit und Glück finden wir auf diese Weise jedoch niemals. Kaivalya ist die Befreiung vom ständigen Wandel, Suchen und Vermeiden. Wir treten gewissermaßen einen Schritt neben das Laufrad und haben den Käse mühelos erreicht.

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