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Yoga Sutra

Das zweite Kapitel das Yoga Sutra nach Patanjali liefert Anweisungen für die Übungs-Praxis - Sadhana Pada.

Sadhana-Pada

Satz 46

sthira-sukham-asanam ||46||

स्थिरसुखमासनम् ॥४६॥

sthira-sukham-āsanam ॥46॥

Durch Praxis mit Kraft (Sthira) und Gelassenheit (Sukham) entsteht Harmonie im physischen Körper (Asana). ||46||


sthira = (nom. sg. m.) kraftvoll, fest, unbewegt, stabil
sukham = (acc. von sukha) bequem, angenehm, glücklich, leicht, entspannt
āsanam = (acc. sg. n. / nom. sg. n. von āsana) Asana, Haltung, Sitzstellung, Körper-Praxis

Āsana

Mit Āsana stoßen wir auf die dritte Stufe des Ashtanga Yoga und auf die erste Stufe der praktischen Techniken. Patañali beschreibt das Yoga, wie wir schon gesehen haben, als ein vorurteilsfreies Betrachten der Welt. Diese Vorurteile, die unsere Wahrnehmung trüben, sind physischer, energetischer, emotionaler und mentaler Natur. Āsana beschäftigt sich mit dem grobstofflichsten unserer vier Körper, dem physischen Körper. Wir beginnen also damit, die Trübungen in unserer Physis zu bearbeiten. Der Zugang über den physischen Körper wird deshalb gewählt, weil es ein einfacher Beginn ist. Wie ein Bergsteiger, der eigentlich den Mt. Everest bezwingen will, zuerst einmal auf den heimischen Hausberg klettert. So ist es relativ einfach, mit dem physischen Körper in Harmonie zu gelangen. Die Körperarbeit ist gewissermaßen der Hausberg des Yogi. Wir lernen über die Arbeit mit dem Körper grundlegende Prinzipien, die wir für den weiteren Weg benötigen. Wir erkennen, welche Praxis zu uns passt und sehen unmittelbar ihre Resultate. Nach Patañjali soll die Arbeit mit dem Körper „hart und doch weich“ sein. (YS II.46).