Erste Serie vertraut? - Die zweite Serie, auch Nadi Shodhana (Nadi Sodhana) genannt, eröffnet mit 40 Yoga-Asanas die energetische Dimension des Ashtanga Yoga.

Traditionelle Übungsserien

Tittibhasana [A]

टिट्टिभासन [अ]

Ṭiṭṭibhāsana [A]

Weg heraus [thumb mini] Dvi-Pada Shirshasana [thumb mini] Weg heraus [thumb mini] Yoga-Nidrasana [thumb mini] Tittibhasana  [A] [thumb mini solar] Tittibhasana  [B] [thumb mini] 5 Schritte vorwärts [thumb mini] 5 Schritte rückwärts [thumb mini] Tittibhasana  ["] [thumb mini] Pincha  Mayurasana [thumb mini]
Tittibhasana  [A]

Tittibha (टिट्टिभ, Ṭiṭṭibha) = ein kleiner Vogel, der an der Steilküste lebt; gel. auch: Insekt.
Asana (आसन, Āsana) = Position, Haltung, Sitz
Tittibhasana (टिट्टिभासन, Ṭiṭṭibhāsana) = Position des Tittibha-Vogels

Tittibha (टिट्टिभ, Ṭiṭṭibha) – der kleine Vogel und das Meer

In einer alten Erzählung aus der Panchatantra (पञ्चतन्त्र, Pañcatantra) findet sich die Geschichte von einem kleinen Tittibha (टिट्टिभ, Ṭiṭṭibha)-Vogel-Pärchen. Das Buch entstand zwischen dem 2. Jh. v. und 3. Jh. n. Chr. Das Märchen wird später in der Hitopadesha (हितोपदेश, Hitopadeśa), einem Sanskrit (संस्कृत्, Saṁskr̥t)-Märchen-Buch aus dem 12. Jh. n. Chr. wieder aufgegriffen. Die Fabel teilt mit uns die Geschichte einer ungewöhnlichen Auseinandersetzung:

Vor langer, sehr langer Zeit wohnte ein Tittibha (टिट्टिभ, Ṭiṭṭibha)-Vogel-Pärchen an der Steilküste. Als das Tittibha (टिट्टिभ, Ṭiṭṭibha)-Weibchen ihre Eier erwartete, bat sie ihren Mann darum, einen geeigneten Ort für ein Nest zu suchen. Dieser sann kurz nach und erwiderte: "Hier ist der richtige Ort für unser Nest und unsere Eier". Das Tittibha (टिट्टिभ, Ṭiṭṭibha)-Weibchen sah das anders und gab zu bedenken, dass das Meer zu nahe sei. Bei Flut könnte der Ort überschwemmt werden und das Meer ihre Eier rauben. Doch der Tittibha (टिट्टिभ, Ṭiṭṭibha)-Mann versicherte seiner Frau, dass selbst das Meer vor seiner Macht Respekt habe und es niemals wagen würde, die Eier zu rauben. Das Weibchen klagte weiterhin und betonte, dass doch kleine Vögel nichts gegen das riesige Meer auszurichten vermögen, doch letztendlich musste sie nachgeben. Sie legte ihre Eier in ein Nest an der Steilküste.
Das Meer unterdessen lauschte dem Gespräch mit einem spöttischen Grinsen. Bei erster Gelegenheit überflutete es die Steilküste und raubte somit die Eier. Das Tittibha (टिट्टिभ, Ṭiṭṭibha)-Weibchen schrie verzweifelt. Doch der Tittibha (टिट्टिभ, Ṭiṭṭibha)-Mann blieb gelassen und versprach, dass er die Eier zurückholen werde. Er berief eine Versammlung aller Vögel ein und berichtete dem König der Vögel, Garuda, was geschehen war: "Wir lebten friedlich an der Steilküste, haben niemandem Leid zugefügt und dennoch raubte das Meer unsere Eier."
Garuda war von dieser Ungerechtigkeit berührt und über das Verhalten des Meeres erzürnt. Sofort suchte er Gott Vishnu auf und schilderte ihm das Vorkommnis. Dieser wandte sich wütend an das Meer und befahl, sofort die Eier zurückzugeben. Dem Befehl eines Gottes wagt sich niemand zu widersetzen und selbst ein Ozean erzittert vor dessen Wut. So kam es, dass das Meer persönlich (Hitopadesha) und in äußerster Eile die Eier dem Tittibha (टिट्टिभ, Ṭiṭṭibha)Vogel-Pärchen zurück gab.
Und so geschieht es bis zum heutigen Tag, dass die kleinen Tittibha (टिट्टिभ, Ṭiṭṭibha)-Vögel an der Steilküste des Meeres brüten und ihre Jungen großziehen.

Diese Geschichte wird oft als ein Bild für das Yoga genutzt. Das Meer wird mit seiner Größe zum Symbol für die Übermacht der Illusion, Verblendung, der Vorurteile oder ganz allgemein des Chitta (चित्त, Citta), aller wandelbaren Aspekte des menschlichen Daseins. Der kleine Tittibha (टिट्टिभ, Ṭiṭṭibha)-Vogel steht für die Anstrengungen des Yogi, die im Vergleich zur Aufgabe unbedeutend erscheinen. Doch wie der kleine Tittibha (टिट्टिभ, Ṭiṭṭibha)-Vogel das Meer trotz dessen scheinbarer Überlegenheit in seine Schranken verwiesen hat, so kann auch der Yogi durch seine Praxis das Chitta (चित्त, Citta) zur Ruhe bringen und so die Illusion durchdringen.

Vinyāsa Atem Dr̥ṣṭi Beschreibung der Bewegung
1 Ein bhrūmadhye Arme seitlich heben
2 Aus nāsāgre Finger spreizen, weit nach vorne und zum Boden Uttanasana (उत्तानासन, Uttānāsana)
3 Ein bhrūmadhye Kopf heben, Rücken strecken
4 Aus nāsāgre Gewicht auf die Arme, nach hinten gleiten, Ellenbogen nahe am Körper, Chaturanga Dandasana (चतुराङ्ग दण्डासन, Caturāṅga Daṇḍāsana)
5 Ein bhrūmadhye auf die Fußrücken rollen, Brustkorb öffnen, Arme strecken, Schulter nach hinten und unten Urdhva Mukha Shvanasana (ऊर्ध्व मुख श्वानासन, Ūrdhva Mukha Śvānāsana)
6 Aus nābicakre auf die Fußsohlen rollen, Steißbein zur Decke, Rücken lang machen,Arme strecken Adho Mukha Shvanasana (अधो मुख श्वानासन, Adho Mukha Śvānāsana)
7 Ein nāsāgre Sprung nach vorne, Balance auf den geraden Armen, die gebeugten Beine in der Luft
(Aus) Beine gestreckt auf Oberarmen ablegen
5AZ nāsāgre Tittibhasana [A] (टिट्टिभासन [अ], Ṭiṭṭibhāsana [A])
8 Aus Po heben, Beine bleiben gestreckt, Füße aufsetzen in Tittibhasana [B] (टिट्टिभासन [ब्], Ṭiṭṭibhāsana [B])
9 (Ein) Fuß heben, 5 Schritte vorwärts und 5 Schritte rückwärts
(Aus) Fuß senken
(Ein) nāsāgre wieder ankommen in Tittibhasana [B] (टिट्टिभासन [ब्], Ṭiṭṭibhāsana [B])
Aus Hände fassen um Knöchel
5AZ nāsāgre Tittibhasana ["] (टिट्टिभासन ["], Ṭiṭṭibhāsana ["])
10 Ein Hüfte senken, Füße heben in Tittibhasana [A] (टिट्टिभासन [अ], Ṭiṭṭibhāsana [A])
11 Aus Beine beugen in Bakasana (बकासन, Bakāsana)
(Ein) nāsāgre den Körper anheben, Arme strecken, die gebeugten Beine in der Luft
12 Aus nāsāgre langsam absenken, Ellenbogen nahe am Körper, Chaturanga Dandasana (चतुराङ्ग दण्डासन, Caturāṅga Daṇḍāsana)
13 Ein bhrūmadhye auf die Fußrücken rollen, Brustkorb öffnen, Arme strecken, Schulter nach hinten und unten Urdhva Mukha Shvanasana (ऊर्ध्व मुख श्वानासन, Ūrdhva Mukha Śvānāsana)
14 Aus nābicakre auf die Fußsohlen rollen, Steißbein zur Decke, Rücken lang machen, Arme strecken Adho Mukha Shvanasana (अधो मुख श्वानासन, Adho Mukha Śvānāsana)
15 Ein bhrūmadhye nach vorne gleiten, Kopf heben, Rücken strecken
16 Aus nāsāgre Kopf zu den Knien, Uttanasana (उत्तानासन, Uttānāsana)
- Ein añguṣṭhamadhye Kopf heben, Rücken strecken, Fingerspitzen am Boden
Aus nāsāgre mit geradem Rücken aufrichten, Arme links und rechts neben dem Körper Samasthitih (समस्थितिः, Samasthitiḥ)

Legende zur Vinyāsa-Tabelle:

  • Der graue Teil der Tabelle wird in der Aṣṭāṅga-Yoga Praxis durchgeführt.
  • Gelb hinterlegt ist die Position, die auf dem Photo dargestellt ist.
  • Vinyāsa: 1 = ekam; 2 = dve; 3 = trīṇi; 4 = catvāri; 5 = pañca; 6 = ṣaṭ; 7 = sapta; 8 = aṣṭau; 9 = nava; 10 = daśa; 11 = ekādaśa; 12 = dvādaśa; 13 = trayodaśa; 14 = caturdaśa; 15 = pañcadaśa; 16 = ṣoḍaśa; 17 = saptadaśa; 18 = aṣṭadaśa; 19 = ekonavimśatiḥ; 20 = vimśatiḥ; 21 = ekāvimśatiḥ; 22 = dvāvimśatiḥ; 23 = trayovimśatiḥ; 24 = caturvimśatiḥ; 25 = pañcavimśatiḥ; 26 = ṣoḍavimśatiḥ; 27 = saptavimśatiḥ; 28 = aṣṭovimśatiḥ
  • Atem: Ein = Einatmen; Aus = Ausatmen; 5AZ = fünf Atemzüge
  • Dr̥ṣṭi: nāsāgre = zur Nase; añguṣṭhamadhye = zur Daumen-Mitte; bhrūmadhye = in der Mitte der Augenbrauen; nābicakre = auf den Nabel; ūrdhvadr̥ṣṭi = nach oben; hastāgre = auf die Handspitze; pādayoragre = auf die Fußspitze; pārśvadr̥ṣṭi = zur Seite
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