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Sanskrit

Bewusstes Sprechen von Sanskrit kann eine Meditation über Lautbildung und Klang werden. Mantren und Slokas erblühen mit Deiner Meisterschaft über die Aussprache zu einer klaren Schönheit. – Gerade als Yogalehrer wirst Du präzise mit den Fachbegriffen.

Lautklassen: Vokal (1), Semivokal (2), Frikativ (3), Plosiv (4), Nasal (5)

Lautklassen

Das Sanskrit Alphabet sortiert die Laute nach ihrer Art: Beginnend mit 9 Vokalen, 20 Plosive, 5 Nasale, 4 Semivokale und 4 Frikative.

Aussprache

Vokale

Bei der Artikulation des Vokals strömt Luft fast ungehindert aus. Im Sanskrit schwingen sie, je kurz oder lang, von Gutteral (a,ā), Palatal (i,ī), Retroflex (r̥,r̥̄), Dental (l̥,l̥̄) bis Labial (u,ū). Die Umlaute (o,au,e,ai) sind lang.

Aussprache

Plosive

Beim plosiven Laut löst sich aufgebauter Überdruck in einem plötzlichen Luftausstoß. Im Sanskrit entstehen sie optional stimmhaft und aspiriert von Gutteral (k,kh,g,gh), Palatal (c,ch,j,jh), Retroflex (ṭ,ṭh,ḍ,ḍh), Dental (t,th,d,dh) bis Labial (p,ph,b,bh).

Aussprache

Nasale

Der Verschluss am Phonationsort löst sich bei der Artikulation des Nasalen Lautes nicht. Die Luft strömt größtenteils durch die Nase aus. Der abgetrennte hintere Teil der Mundhöhle wird so zum variablen Resonanzraum für ṅ,ñ,ṇ,n oder m.

Aussprache

Semivokale

Ein Semivokal liegt lautlich zwischen Vokal und den Verschlusslaut (Plosiv). Im Gegensatz zum Vokal bildet er beim Sprechen keine eigenständige Silbe. Im Gegensatz zum Verschlusslaut blockiert der Stimmtrakt für deren charakteristischen Überdruck nicht. Die Zunge nähert sich dem Phonationsort als Annäherungslaut (Approximant) an. Im Gegensatz zum Frikativ ist die Annäherung jedoch nicht so weit, dass die für diese nötige Reibung entsteht. Im Sanskrit gibt es zu vier der fünf Phonationsorten einen Semivokal (y, r, l, v).

Aussprache

Frikative und Hauchlaut

Bei der Artikulation eines Frikativ wird eine Engstelle gebildet. Die ausströmende Luft verwirbelt und erzeugt den Reibelaut. Im Vergleich zu den Semivokalen, die ebenfalls zu den Annährungslauten (Approximant) zählen, ist die nähert sich die Zunge der Engstelle näher an ohne dass jedoch der für einen Verschlusslaut (Plosiv) nötige Kontakt entsteht. Im Sanskrit gibt es zu vier der fünf Phonationsorten einen Semivokal (h, ś, ṣ, s).

Phonationsorte: Kehlig / Gutteral (1), Gaumen / Palatal (2), Hinter den Zähnen / Retroflex (3), zwischen den Zähnen / Dental (4), an den Lippen / Labial (5)

Phonationsorte

Innerhalb jeder Lautklasse (Vokale, Semivokale, Frikative, Plosive, Nasale) sortiert das Sanskrit die Laute nach Phonationsort. Dabei werden von hinten nach vorne fünf Phonationsorte unterschieden: Kehlig (Gutteral), am Gaumen (Palatal), hinter den Zähnen (Retroflex), an den Zähnen (Dental) und an den Lippen (Labial).

Visarga (ḥ) und Anusvāra (ṁ)

Eine Besonderheit im Sanskrit sind Visarga (ḥ) und Anusvāra (ṁ). Diese beiden Laute werden in Abhängigkeit vom Folgelaut unterschiedlich ausgesprochen. Das Visarga (ḥ) als Frikativ mit selbem Phonationsort wie der Folgelaut. Der Anusvāra (ṁ) als Nasaler Laut mit selbem Phonationsort wie der Folgelaut.

Aussprache

Visarga (ḥ)

Visarga heißt wörtlich so viel wie "Aussenden" oder "Entlassen". Es bildet einen dem Vokal angehängten Nachklang. Es kann als ein Allophon von r, s oder h verstanden werden und wird je nach Kontext und Aussprache-Schule variabel zwischen diesen Lauten ausgesprochen.

Aussprache

Anusvāra (ṁ)

Anusvāra heißt wörtlich so viel wie "Nachlaut" oder "dem Vokal (Svāra) folgend (anu)". Er zeigt entweder die Nasalierung des vorhergegangenen Vokals an oder wird als nasaler Konsonant ausgesprochen.