Aussprache

Anusvāra heißt wörtlich so viel wie "Nachlaut" oder "dem Vokal (Svāra) folgend (anu)". Er zeigt entweder die Nasalierung des vorhergegangenen Vokals an oder wird als nasaler Konsonant ausgesprochen.

Der Anusvāra wird je nach Kontext als Nasal mit unterschiedlichem Phonationsort ausgesprochen.

Anusvāra am Wortende wird als "m" ausgesprochen

Am Wortende wird der Anusvāra stets als m gesprochen.

Merke: Entsprechend einer Sandhi-Regel wandelt sich im Sanskrit ein auslautendes m vor einem Wort, das mit einem Konsonanten beginnt, zu Anusvara. Die Aussprache als m ändert damit die ursprüngliche Aussprache vor der Anwendung der Sandhi Regel nicht.

Beispiele:

  • evaṁ wird gesporchen als eva-m

Alternativ (weniger üblich): Manche Sanskrit-Sprecher passen die Aussprache des Anusvāra auch hier entsprechend der obigen Regeln wie im Wortinneren an. Dann bleibt nur vor Vokalen, Semivokalen und labialen Verschlusslauten die Aussprache bei m. Ansonsten wird, wie oben gezeigt, der entsprechende Klassen-Nasal ausgesprochen.

Anusvāra vor Halbvokalen wird als "m" ausgesprochen

Im Wortinneren vor Halbvokalen (y, r, l, v) zeigt der Anusvāra die Nasalierung des vorangegangenen Vokals an.

Beispiel: Saṁsāra (Geburtenkreislauf) wird gesprochen als s-ã-sāra

Wir können uns dieser Nasalierung annähern indem wir den Anusvāra vor den Semivokalen (y, r, l und v) als m aussprechen.

Beispiele:

  • Saṁyoga (innige Verbindung) wird gesprochen als sa-m-yoga
  • Saṁvit (Verstehen) wird gesprochen als Sa-m-vit

Anusvāra vor Frikativen wird als Klassen-Nasal ausgesprochen

Im Wortinneren zeigt der Anusvāra auch vor Frikativen (ś, ṣ, s und h) die Nasalierung des vorangegangenen Vokals an.

Beispiel: Saṁsāra (Geburtenkreislauf) wird gesprochen als s-ã-sāra

Wir können uns dieser Nasalierung annähern indem wir den Anusvāra vor Frikativen (ś, , s und h) wie den entsprechenden Klassennasal (ñ, , n und ) aussprechen:

Beispiele:

  • Saṁśaya (Zweifel) wird gesprochen als Sa-ñ-śaya
  • Saṁskṛta (Sanskrit) wird gesprochen als Sa-n-skṛta
  • siṁha (Löwe) wird gesprochen als si--ha

Anusvāra vor Verschlusslauten (Plosiven) wird als Klassennasal ausgesprochen

Im Wortinneren vor einem Verschlusslaut wird der Anusvāra als homorganer (am selben Artikulationsort gebildeter) Nasal ausgesprochen; d. h. man spricht

  • vor einem labialen Verschlusslaut wie p den bilabialen Nasal m,
  • vor einem dentalen Verschlusslaut wie t den dentalen Nasal n,
  • vor einem gutteralen Verschlusslaut wie k den gutteralen Nasal
  • etc.

Beachte: Im Sanskrit ist dies meist nur bei Komposita der Fall, deren erstes Glied auf m auslauten. Im Hindi existieren für viele Worte alternative Schreibweisen. Da der Anusvara einfacher zu schreiben ist als die grafisch komplexen Ligaturen, wird diese Schreibweise in den modernen Sprachen bevorzugt; bei Sanskrit-Drucken werden die Ligaturen hingegen meist ausgeschrieben:

  • Hindī und Hiṁd
  • Mumbaī oder Muṁbaī

Beispiele:

  • paraṃ-tapa (Feindetöter) wird gesprochen als para-n-tapa
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