3. Serie - Sthira Bhaga

dig-asana
दिगासन

diśSubstantiv Femininwohin man zeigt, Richtung; Himmelsrichtung, Himmelsgegend
āsanaSubstantiv NeutrumSitz, Haltung

Mythologie: Diś bedeutet „Richtung“, und die Dikpālāḥ sind die „Hüter der Richtungen“. Sie personifizieren die Idee, dass Raum geordnet ist und jede Himmelsrichtung eine eigene Qualität trägt. In der klassischen Achtzahl, den Aṣṭa-Dikpālāḥ, stehen im Osten Indra (königlich, Vajra/Elefant), im Südosten Agni (Feuer), im Süden Yama (Grenze und Konsequenz), im Südwesten Nirṛti (Auflösung und das Unklare), im Westen Varuṇa (Wasser und kosmische Ordnung), im Nordwesten Vāyu (Wind und Bewegung), im Norden Kubera (Ressourcen und Stabilität) und im Nordosten Īśāna als Śiva-Aspekt (Ausrichtung nach oben). Die Bilder bilden ein System, das Raum ordnet: Richtungen werden zu inneren Bezugspunkten, aus denen Orientierung und Stabilität entstehen. Deshalb spielen die Dikpālāḥ auch in Vāstu und in Tempelgrundrissen eine Rolle, denn dort gilt Architektur als ausgerichteter, „bewachter“ Raum. Digāsana erinnert an diese Symbolik: Du hältst eine klare Achse im Raum, und daraus entsteht Stabilität.

Im traditionellen Count: Beginne aus Samasthitiḥ.

Vinyāsa 1 – Einatmung:
Hebe die Arme.

Vinyāsa 2 – Ausatmung:
Beuge Dich nach vorne.

Vinyāsa 3 – Einatmung, 5 Atemzüge:
Hebe mit der Einatmung Dein rechtes Bein nach hinten und strecke zugleich beide Arme nach vorne. Verweile in Digāsana A bis zur fünften Ausatmung.

Tipp: Hebe Bein und Arme nicht nur, sondern schiebe die beiden Pole aktiv auseinander. So entsteht das „Heben“ fast von selbst. Halte das Becken so quadratisch wie möglich. Das häufigste Ausweichen ist, die Hüfte des Spielbeins aufzudrehen. Dann fühlt sich die Haltung leichter an, wird aber instabil und verliert ihren Zweck. Drücke den Boden mit dem Standfuß aktiv weg und halte das Standbein lang, ohne es durchzudrücken.

Im traditionellen Count: Der Bewegungsfluss läuft von hier direkt in die nächste Haltung weiter.

Wirkung: Digāsana A stärkt Standbein, Gesäß und Rumpf und schult die Fähigkeit, Hüfte und Wirbelsäule stabil zu organisieren. Die Haltung verbessert Gleichgewicht, Koordination und Körperorientierung im Raum.


Fotograf: Richard Pilnick - www.richardpilnick.com

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