3. Serie - Sthira Bhaga

viranchyasana
विरञ्च्यासन

virañcyaMaskulin
viPräfixrañjVerbalwurzel
der Gleichmütige; Name von Brahma
āsanaSubstantiv NeutrumSitz, Haltung

Mythologie: Virañcya benennt Brahmā als den Impuls, der Form entstehen lässt. In den Mythen „beugt“ sich Bewusstsein in die Welt hinein: Es hält einen Punkt so lange, bis aus Möglichkeit Gestalt wird. Schöpfung ist dabei kein Gewaltakt, sondern ein kontrolliertes Entfalten von Potenzial – ein Einlassen auf das, was im Keim bereits vorhanden ist: geduldig, präzise und nach innen gekehrt.

Im traditionellen Count: Beginne direkt aus der vorherigen Haltung.

Vinyāsa 9 – Ausatmung, 5 Atemzüge:
Beuge Dich mit der nächsten Ausatmung nach vorne über Dein gestrecktes linkes Bein und verweile hier bis zur fünften Ausatmung. Dein Blick geht durch die Schädeldecke zur großen Zehe. Achte dabei darauf, Deine Stirn entspannt zu lassen.

Tipp: Geh über den Hüftknick nach vorne, nicht über Rundung. Denk „Länge vor Tiefe“: Erst die Wirbelsäule verlängern, dann nachgeben. Wenn Du Zug im Knie oder im unteren Rücken spürst, verlasse die Haltung, baue neu auf und reduziere die Intensität.

Im traditionellen Count: Der Bewegungsfluss läuft von hier direkt in die nächste Haltung weiter.

Wirkung: Diese Variante vertieft die hintere Kette (vor allem die Beinrückseite) und trainiert gleichzeitig, im Rumpf organisiert zu bleiben. Du übst, Spannung sinnvoll zu dosieren: stabil im Zentrum, nachgiebig in der Peripherie.


Fotograf: Richard Pilnick - www.richardpilnick.com

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