Mythologie: Nahuṣa ist ein mythischer König der Candravaṃśa (Mond-Dynastie). In den Überlieferungen gilt er als Sohn von Āyu und als Vater von Yayāti und steht damit am Anfang wichtiger Königslinien. Entscheidend ist jedoch sein Ruf: Nahuṣa wird als fähig, gerecht und ordnend beschrieben, als jemand, der Verantwortung tragen kann. Als Indra, der König der vedischen Götter, zeitweise ausfällt, droht im Himmel ein Machtvakuum – und gerade wegen seines guten Rufes wird Nahuṣa als Vertreter eingesetzt. Die Botschaft ist klar: Ein Mensch kann durch Tugend über sich hinauswachsen. Wer seine Ausrichtung kennt, handelt frei von selbstsüchtiger Motivation. Diese Hingabe an die Aufgabe klärt den Geist und macht das Handeln „rein“ und tragfähig.
Im traditionellen Count: Beginne direkt aus dem Halt des Adho Mukha Śvānāsana der vorherigen Bewegungsfolge.
Vinyāsa 7 – Einatmung, Ausatmung, Einatmung:
Springe einatmend nach vorne zwischen die Hände. Komme mit der Ausatmung kontrolliert in den Sitz. Vervollständige die Bewegung, indem Du die Beine streckst und einatmest.
Vinyāsa 8 – Ausatmung, 5 Atemzüge:
Stelle – analog zu Mūla Bandhāsana – die Füße auf und rolle kontrolliert über sie, bis Dein Beckenboden auf den Fersen platziert ist. In Nahuṣāsana A stützt Du die Hände hinter dem Rücken auf und weitest den Herzraum nach oben. Verweile hier bis zur fünften Ausatmung.
Tipp: Baue zuerst das Fundament (Füße/Becken/Knie) wie in Mūla Bandhāsana auf. In Nahuṣāsana A nutzt Du die Hände als Stützen, um den Brustkorb nach vorne/oben zu heben, ohne die Rippen nach vorne zu schieben. Drücke die Hände aktiv in den Boden, ziehe die Schulterblätter nach hinten/unten und halte die Spannung zwischen Zungenbein und Brustbein, damit der Blick nach oben nicht in einen Nackenknick kippt.
Im traditionellen Count: Der Bewegungsfluss geht von hier direkt in die nächste Haltung über.
Wirkung: Nahuṣāsana A ist eine intensive Hüftöffnung und kombiniert sie mit einer aktiven Öffnung des Brustkorbs. Du schulst Aufrichtung und die Fähigkeit, Spannung nach oben zu verteilen, statt sie im Becken oder in den Knien zu sammeln.
Fotograf: Richard Pilnick - www.richardpilnick.com
Dr. Ronald Steiner
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