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Praxis

Eine Asana alleine macht noch keinen Yogi aus dir. Erst das Zusammenspiel von Atmung und Energie, Leichtigkeit und Festigkeit, Absinken und Aufsteigen eröffnet dir den ganzen Erfahrungsschatz des unerschöpflichen Yoga-Kosmos. Die Ausrichtung, oder das Alignment, in der Asana ergibt sich nahezu von alleine, wenn dies verstanden ist.

Atmung und Bandha sind eine Manifestation der beiden kosmischen Gegensätze. Die aus den Gegensätzen entstehende Spannung strömt durch den ganzen Körper. Genauso setzt sich Atmung und Bandha im ganzen Körper fort.

Der Yogi kennt 72 laks (100 000) von Nadis (Energiekanälen). Diese leiten im Körper das Prana (Energie). All diese Kanäle vereinigen sich in einem Punkt, zwei fingerbreit unterhalb des Bauchnabels. Dieser wird Kanda genannt. Das Prana (Energie) pulsiert fortwährend. Sie nähert sich dem Kanda an und strahlt von ihm aus. Die Atmung setzt den Rhythmus für diesen Puls. Spüre wie mit der Einatmung sich die Energie ausbreitet. Sie strahlt aus Deinen Fingern, Zehen und Haaren wie kleine Sonnenstrahlen. Bei der Ausatmung zieht sich die Energie zu einer inneren Glut in Dein Zentrum, den Kanda, zusammen.

Hast Du Mula Bandha als Prinzip der Festigkeit erkannt, kannst Du Mula Bandha überall wieder finden. Deine Füße verleihen Dir Standfestigkeit, manchmal auch Deine Hände. Die Beine und Arme benötigen Stabilität. Auch Uddiyana Bandha setzt sich als Prinzip der Leichtigkeit im Körper fort. Die Öffnung im Brustkorb, das Hinauswachsen Deiner starken Arme und Beine in den Raum und die Leichtigkeit mit der Du Dich in den Himmel streckst, das alles sind Möglichkeiten, auf die sich Uddiyana Bandha bezieht.

Durch die Balance von Bandha entsteht Alignment (Ausrichtung). Sehen wir Alignment aus dieser Perspektive, wird alles ganz einfach und selbstverständlich. Wir können Prinzipien erkennen, die sich in der Praxis manifestieren, Prinzipien, die helfen die Gelenke anatomisch korrekt auszurichten, die Dir Beweglichkeit und Stabilität zugleich garantieren. Prinzipien, die Dich gesund erhalten und Deine Praxis mit einem inneren Leuchten verzaubern. Bei den Asana- Beschreibungen (auf dieser Webpage) findest Du die Details noch genauer erklärt. Hier eine grobe Aufstellung der grundlegenden Prinzipien:

  1. Mula Bandha, Ausatmung: Prinzip der Festigkeit, des Zusammenziehens. Verwurzeln von Großzehengrundgelenk, Verwurzeln von Daumen und Zeigefinger. Innenrotation im Vorfuß, Innenrotation im Unterschenkel, Innenrotation im Unterarm. Einrollen der freien Rippen, Einrollen des Steißbeines. Der Körper wird fest und stabil, er sinkt zum Boden.
  2. Uddiyana Bandha, Einatmung Prinzip der Leichtigkeit, des Ausdehnens. Außenrotation von Rückfuß, Oberschenkel, Oberarm. Öffnung des Brustkorbes, Pointen der Sitzbeine. Du hebst Dich wie eine Lerche mühelos hoch in den blauen Himmel.