Rund um Ernährung und Körperübungen - also Asanas - dreht sich das erste Kapitel der Hatha-Yoga Pradipika von Svatmarama „Prathamo Padeshah“.

Hatha Yoga Pradipika

hatha (हठ, haṭha) = Name des beschriebenen Yoga-Weges, Sonne Mond
yoga (योग, yoga) = Yoga
pradipika (प्रदीपिका, pradīpikā) = Leuchte, helles Licht
hatha-yoga-pradipika (हठयोगप्रदीपिका, haṭha-yoga-pradīpikā) = Die Leuchte des Hatha-Yoga, Licht auf Hatha-Yoga

Prathamo-Padeshah

Satz 13

alpa-dvaram arandhra-garta-vivaram na-aty-uchcha-nichayatam"
sanyag-gomaya-sandra-liptam amalam nihshesa-jantujjitam |"
bahye mandapa-vedi-kupa-ruchiram prakara-samve-shtitam"
proktam yoga-mathasya laksanam idam siddhair hathabhyasibhih ||13||

अल्पद्वारम् अरन्ध्रगर्तविवरं नात्युच्चनीचायतं"
सम्यग्गोमयसान्द्रलिप्तम् अमलं निःशेसजन्तूज्झितम् ।"
बाह्ये मण्डपवेदिकूपरुचिरं प्राकारसंवेष्टितं"
प्रोक्तं योगमठस्य लक्षणम् इदं सिद्धैर् हठाभ्यासिभिः ॥१३॥

alpa-dvāram arandhra-garta-vivaraṁ na-aty-ucca-nīcāyataṁ"
samyag-gomaya-sāndra-liptam amalaṁ niḥśesa-jantūjjhitam ।"
bāhye maṇḍapa-vedi-kūpa-ruciraṁ prākāra-saṁve-ṣṭitaṁ"
proktaṁ yoga-maṭhasya lakṣaṇam idaṁ siddhair haṭhābhyāsibhiḥ ॥13॥

Mit einer kleinen Tür, ohne Fenster, Löcher oder Spalten,
nicht zu hoch oder niedrig,
vollständig mit einer dicken, intakten Schicht von Kuh-Dung beschmiert,
komplett frei von Getier. |
Auch äußerlich ist die kleine Hütte ordentlich
mit Umzäunung, Altar, von einer freien Fläche umgeben.
Genau so wurde die Yoga-Klause sogar von den Meistern für den Hatha-Yogi beschrieben. ||13||


alpa = klein
dvāram = mit Tür
arandhra = Fenster
garta = Löcher
vivaraṁ = Spalten. Fenster, Löcher oder Spalten führen in einem heißen Land wie Indien zu Hitze im Praxis-Raum. Insekten und allerlei Kleingetier kommen in den Raum und das erschwert die Praxis. Auch kann es Luftzug geben.
na = nicht
ati = zu
ucca = hoch. Das ist ungünstig für die Praxis, vielleicht da es in hohen Räumen leicht Luftzug gibt?
nīca = niedrig. Besonders wichtig für den Ashtanga-Yogi. Sonst stoßen die Hände beim Sonnengruß an der Decke an.
samyag = vollständig
gomaya = Kuh-Dung. Kuh-Dung getrocknet wirkt antibakteriell und vertreibt Insekten. Kuh-Dung war deshalb in dieser Zeit ein üblicher Wand-Putz an Häusern.
sāndra = dick
liptam = beschmiert
amalaṁ = fehlerlos, ohne Fehler, intakt
niḥśesa = komplett
jantu = Getier, z.B. Insekten, Schlangen
ujjhitam = frei

bāhye = außen, äußerlich
maṇḍapa = kleine Hütte mit Strohdach
vedi = Altar
kūpa = Wall, Umzäunung
ruciraṁ = lieblich, ordentlich, angenehm, freundlich
prākāra = freier Platz, freie Fläche
saṁve = um
ṣṭitaṁ = stehen
saṁve-ṣtitaṁ = es ist umgeben mit
proktaṁ = wurde beschrieben
yoga = Yoga
maṭhasya = Klause, Hütte
yoga-maṭhasya = die Yoga-Klause
lakṣaṇam = genau so
idaṁ = sogar
siddhair = Siddhas, die Erleuchteten Meister
haṭha = Hatha-Yoga
abhyasa = beharrliches Üben
abhyasasibhi = einer, der beharrlich übt
haṭhābhyāsibhiḥ = Hatha-Yoga-Praktizierender, Hatha-Yogi

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