3. Serie - Sthira Bhaga

viranchyasana
विरञ्च्यासन

virañcyaMaskulin
viPräfixrañjVerbalwurzel
der Gleichmütige; Name von Brahma
āsanaSubstantiv NeutrumSitz, Haltung

Mythologie: Virañcya ist ein Beiname von Brahmā. Brahmā steht mythologisch für den Schöpfungsimpuls: Aus dem Ungeformten wird Form, aus Möglichkeit wird Welt. Genau diese Qualität passt als Bild zu dieser zunächst sehr komplex anmutenden Yogahaltung: Du bringst Ordnung in Komplexität, indem Du Atem, Ausrichtung und Konzentration so bündelst, dass etwas noch Labiles, „Entstehendes“ stabil wird.

Im traditionellen Count: Beginne direkt aus dem Halt des „Nach unten blickenden Hundes“ der vorherigen Bewegungsfolge.

Vinyāsa 7 – Einatmung, Ausatmung, Einatmung:
Stoße Dich einatmend aus dem „Nach unten blickenden Hund“ ab. Gleite nach vorne oben in eine Balance auf den Händen. Halte Deine Beine während der Ausatmung fest zusammen und ziehe sie gestreckt zwischen den Armen nach vorne durch. Atme schließlich in einem Langsitz mit gestreckten Beinen ein.

Vinyāsa 8 – Ausatmung, Einatmung, 5 Atemzüge:
Falte ausatmend Dein linkes Bein in einen halben Lotus. Atme ein und führe Dein rechtes Bein über den rechten Oberarm und dann hinter Deinen Kopf. Vervollständige die Haltung, indem Du die Hände vor dem Herzen zusammenbringst. Verbleibe hier bis zur fünften Ausatmung.

Tipp: Wie schon in Pūrṇa Matsyendrāsana: Berühre zunächst mit der Ferse des linken Beines Deinen Bauchnabel, bevor Du den Fuß in den Lotus ablegst. So platzierst Du den Fuß weit oben in der Leiste, und die Bewegung des rechten Beines erzeugt keinen zusätzlichen Hebel auf Dein linkes Kniegelenk. Drücke anschließend mit dem linken Fußrücken von innen gegen den Ansatz des rechten Oberschenkels: Das stabilisiert das linke Knie und schafft gleichzeitig Raum im rechten Hüftgelenk. So kannst Du das rechte Bein oft überraschend leicht hinter dem Kopf platzieren.

Im traditionellen Count: Der Bewegungsfluss geht von hier direkt in die nächste Haltung über.

Wirkung: Virañcyāsana A1 fordert vor allem Hüftaußenrotation, Hüftbeugung und eine saubere Knie-/Sprunggelenksausrichtung im Lotus. Richtig aufgebaut schult sie Konzentration und Körperkontrolle. Doch Achtung: Schlecht vorbereitet landet die Belastung schnell im Knie oder im unteren Rücken.


Fotograf: Richard Pilnick - www.richardpilnick.com

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