Mythologie: Beim Bogenschießen ist das Ziehen nur die halbe Kunst. Entscheidend ist, ob die Kraft im System bleibt, ohne zu „ausfransen“. Genau dafür steht die zweite Phase: Du holst die Sehne dichter an Dich heran, kontrollierst den Zug und sammelst Spannung so, dass sie nicht nach außen entweicht. In dieser Symbolik ist der Bogen ein Bild für innere Steuerung: Intensität wird tragfähig, wenn sie gebunden bleibt. Pādāṅguṣṭha – der große Zeh als Griffpunkt – erinnert an Präzision im Detail: Ein kleiner Kontakt entscheidet, ob die Gesamtform stabil bleibt. So wird Pādāṅguṣṭha Dhanurāsana B zum Bild von Führung: Du verdichtest Energie, ohne sie zu verspannen, und hältst sie in einer klaren Ordnung.
Im traditionellen Count: Beginne direkt aus der vorherigen Haltung Pādāṅguṣṭha Dhanurāsana A.
Vinyāsa 6 – Ausatmung, 5 Atemzüge:
Beuge mit der Ausatmung Knie und Ellenbogen und ziehe die Fußsohlen kontrolliert zur Schädeldecke. Verweile in Pādāṅguṣṭha Dhanurāsana B bis zur fünften Ausatmung.
Tipp: Baue Spannung über die Ellenbogen Richtung Brust auf und weite so Deinen Herzraum intensiver. Gib der Vorderseite von Hals und Bauch Stabilität, damit Nacken und Lendenwirbelsäule nicht überstrecken.
Vinyāsa 7 – Einatmung, Ausatmung:
Strecke mit der Einatmung Arme und Beine wieder wie in Pādāṅguṣṭha Dhanurāsana A. Löse am Ende der Ausatmung den Griff. „Schnalz“ dabei nicht einfach auseinander, sondern senke die Beine kontrolliert ab. Baue Spannung an der Körpervorderseite auf und senke Dich in Caturaṅga Daṇḍāsana.
Vinyāsa 8–9:
Folge dem Dir bereits bekannten Bewegungsfluss weiter durch Ūrdhva Mukha Śvānāsana und Adho Mukha Śvānāsana.
Im traditionellen Count: Wechsele hier direkt weiter in den Bewegungsfluss der nächsten Haltung.
Wirkung: Pādāṅguṣṭha Dhanurāsana B intensiviert gegenüber A die Rückbeuge und die Schulteröffnung durch die Kombination aus Knie- und Ellenbogenbeugung.
Fotograf: Richard Pilnick - www.richardpilnick.com
Dr. Ronald Steiner
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