Jedes Objekt und auch unser persönlicher Wahrnehmungsraum (citta) ist Teil dieser physischen Welt. Alles befindet sich in stetigem Wandel (pariṇāma). Dennoch gibt es eine Grundsubstanz (prakr̥ti) die bestehen bleibt.

Yoga Sutra 4: Über innere Freiheit
atītaDvandva-Kompositum
atītaAdjektiv
vergangen
atitaAdjektiv
atīVerb
vergangen
atīVerb
atiPräfixiVerb
vorübergehen, verstreichen, wegschreiten
atiPräfixjenseits, über, vorbei
iVerbgehen, ausgehen
anāgataṁNominativ Singular
anāgataAdjektiv
zukünftig
anāgataAdjektiv
anPräfixāgataAdjektiv
noch nicht angekommen, zukünftig
anPräfixVerneinung
āgataAdjektiv
āgamVerb
angekommen
āgamVerb
āPräfixgamVerb
ankommen, erreichen
āPräfixzu hin, bis an, bis zu
gamVerbgehen
svarūpataḥAblativ
svarūpaSubstantiv NeutrumtasSuffix
aus der eigenen Form heraus
svarūpaSubstantiv Neutrum
svaAdverbrūpaSubstantiv Neutrum
eigene Form, Wirklichkeit, Real
svaAdverbeigen
rūpaSubstantiv Neutrumäußere Erscheinung, Form
tasSuffixAblativierendes Suffix
asti3. Person Singular
asVerb
sein, exisiteren
asVerbsein, exisiteren
adhvaTatpuruṣa-Kompositum Lokativ
adhvanSubstantiv Maskulin
im Weg, in der Abfolge, Zeit zur Reise, zeitliche Abfolge
adhvanSubstantiv Maskulinim Weg, in der Abfolge, Zeit zur Reise, zeitliche Abfolge
bheedatAblativ Singular
bhedaSubstantiv Maskulin
Verschiedenheit
bhedaSubstantiv Maskulin
bhidVerb
das Zerbrechen, Spalten, Trennung
bhidVerbspalten, zerschlagen, ein Loch in etwas schlagen
dharmāṇāmGenitiv Plural
dharmaSubstantiv Maskulin
Aufgaben, Merkmalsausprägung
dharmaSubstantiv Maskulin
dhr̥Verb
Sitte, Gesetz, Eigenschaft, Aufgabe, Opfer, Merkmalsausprägung
dhr̥Verbhalten, tragen, stützen

Dein Wahrnehmungsraum (citta) besteht durch die Zeiten fort. Jedoch zeigen sich je nach Zeit unterschiedliche Aspekte (dharma) .

Dr. Ronald Steiner - moderner Transfer


Vergangenheit und Zukunft [des Wahrnehmungsraumes (citta)] existieren aus ihrer eigenen Form (svarūpa) heraus[, sie sind also gleichsam wie die Gegenwart real]. Durch die Verschiedenheit (bheedat) in der zeitlichen Abfolge (adhvan) [besteht die Verschiedenheit] ihrer Merkmalsausprägung (dharma) [in den unterschiedlichen Zeiten].

Dr. Ronald Steiner - historisch-wörtlich


Als vergangen und zukünftig besteht [das Cittam] seiner Natur nach [unverändert], und nur seine Äußerungen schlagen [je nach dem Lebenslaufe] verschiedene Wege ein.

Paul Deussen - 1908


That which is past and that which is to come does exist in its proper nature, for the course of properties is different.

James R. Ballantyne - 1852

teNominativ Plural
taPronomen 3. Person
diese
taPronomen 3. Persondieser, diese, dieses
vyaktaDvandva-Kompositum
vyaktaAdjektiv
entfaltet, herausgeputzt, wahrnehmbar, offenbar
vyaktaAdjektiv
viPräfixañjAdjektiv
entfaltet, herausgeputzt, wahrnehmbar, offenbar
viPräfixgetrennt, unterschiedlich, auseinander
añjVerbsalben, bestreichen, schmücken, ehren
sūkṣmāḥNominativ Plural
sūkṣmaAdjektiv
subtil, fein, subtil
sūkṣmaAdjektivsubtil, fein, subtil
guṇaDvandva-Kompositum / Tatpuruṣa-Kompositum Akkusativ
guṇaSubstantiv Maskulin
physisch, drei Grundeigenschaften der Natur, Faden einer geflochtenen Schnur, physische Grund-Webfäden
guṇaSubstantiv Maskulinphysisch, drei Grundeigenschaften der Natur, Faden einer geflochtenen Schnur, physische Grund-Webfäden
ātmānaḥNominativ Plural
ātmanSubstantiv Maskulin
metaphysisch, Hauch, Seele, das Selbst
ātmanSubstantiv Maskulin
anVerbatVerb
Hauch, Seele, Selbst
anVerbatmen
atVerbbewegen

Die physische Welt befindet sich in konstantem Wandel. Auch Dein Wahrnehmungsraum (citta) ist aus den Bausteinen dieser physischen Welt (guna) zusammengesetzt. So zeigen sich immer wieder neue Aspekte (dharma) Deines Wahrnehmungsraumes (citta). Diese Aspekte sind teilweise offenkundig, teilweise schlummernd.

Dr. Ronald Steiner - moderner Transfer


Diese [drei, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, haben] als Essenz (ātman) die physischen Grund-Webfäden (guṇa), [diese sind teilweise] subtil (sūkṣma), [teilweise] manifestiert (vyakta) x.

Dr. Ronald Steiner - historisch-wörtlich

x:

Ein Satz der einen Widerspruch zur Vedanta Philosophie deutlich macht. Prakr̥ti wird in der Saṁkhya-Philosophie im Grunde als real gesehen. Jedoch ist sie in stetigem Wandel und nimmt immer wieder neue Formen und Aufgaben an.


Diese [Äußerungen] sind teils offenbar, teils latent, da sie aus den [das Cittam und seine Äußerungen bedingenden und gleichfalls teils offenbaren, teils latenten drei] Guṇa’s entspringen.

Paul Deussen - 1908


These individualised and subtile (objects) consist of qualities.

James R. Ballantyne - 1852

pariṇāmaTatpuruṣa-Kompositum Genitiv
pariṇāmaSubstantiv Maskulin
Umwandlung
pariṇāmaSubstantiv Maskulin
parinamVerb
Veränderung, Umwandlung, Wechsel der Form
parinamVerb
pariPräfixnamVerb
sich zur Seite biegen
pariPräfixum, völlig, jenseits, hinweg
namVerbsich beugen, sich verneigen
ekatvātAblativ Singular
ekatvaSubstantiv Neutrum
Einheit
ekatvaSubstantiv Neutrum
ekaZahlwort
das Einssein, Einheit, Vereinigung
ekaZahlworteins, einzig
vastuTatpuruṣa-Kompositum Genitiv
vastuSubstantiv Feminin
Objekt
vastuSubstantiv Feminin
vasVerb
Ding, Gegenstand; Sitz, Ort
vasVerban einem Ort bleiben, Halt machen, übernachten, sich aufhalten
tattvamNominativ Singular
tattvaSubstantiv Neutrum
Das-heit, die wahre Natur einer Sache, sie ist eben so, wie sie ist
tattvaSubstantiv Neutrum
tatPronomen 3. PersontvaSuffix
das wahre Verhältnis, die wahre Natur, Wahrheit
tatPronomen 3. Personder, die, das
tvaSuffixNomen Abstraktum: -heit

Dein Wahrnehmungsraum (citta) und Deine Umwelt (vastu) befinden sich folglich in stetem Wandel (pariṇāma). Die Essenz jedes Objektes und Deines Wahrnehmungsraumes liegt hinter all seinen Umwandlungen verborgen. Du kannst sie durch ein Beobachten des Zeitverlaufs mit seinen unterschiedlichen Eindrücken erahnen.

Dr. Ronald Steiner - moderner Transfer


Aus der Summe der Umwandlungen (pariṇāma) [entsteht] die Essenz eines Objektes (vastutattvam).

Dr. Ronald Steiner - historisch-wörtlich


Aus der Einheit der Umwandlungen [welche die verschiedenen erkennenden Subjekte erfahren] ist zu schließen auf die Realität der objektiven Welt.

Paul Deussen - 1908


Unity of thing results from unity of modification.

James R. Ballantyne - 1852

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  • Profile Image

    Alexandra Spannring

    am 23.03.2020

    toll gechantet - wenn das so weitergeht mit den neuen Inhalten ist das der Vorteil der ""Krise"" toll gechantet - wenn das so weitergeht mit den neuen Inhalten ist das der Vorteil der ""Krise""

    • Ich habe total Freude mich so auf meine Yogapraxis, Schreiben, Chanten, Meditieren und allem was dazu gehört konzentrieren zu können.
      - Ein Versprecher ist mir dann aber gleich beim ersten Hören [...] Ich habe total Freude mich so auf meine Yogapraxis, Schreiben, Chanten, Meditieren und allem was dazu gehört konzentrieren zu können.
      - Ein Versprecher ist mir dann aber gleich beim ersten Hören aufgefallen. Well. :)

    • Anfangs denke ich immer ,oh je ,das sind ja richtige Zungenbrecher ,aber um so öfter man es chantet um so einfacher wird es ;))))...vielen Dank lieber Ronald ,Chanten macht so viel Spass .Dank der [...] Anfangs denke ich immer ,oh je ,das sind ja richtige Zungenbrecher ,aber um so öfter man es chantet um so einfacher wird es ;))))...vielen Dank lieber Ronald ,Chanten macht so viel Spass .Dank der Ausbildung mit dir und Melli ...
      Bin mir mit dem Versprecher nicht sicher ,aber bei dem Wort Svarupato 'sty ?? ;)))))
      Ganz herzliche Grüße aus dem Allgäu an euch alle
      Manuela

    • Ja und ist immer wieder schön auch hier hinten im vierten Kapitel zu chanten.
      - Ich habe meinen Versprecher gleich im ersten Satz gehört. Ich muss aber nochmal reinhören. :) Ja und ist immer wieder schön auch hier hinten im vierten Kapitel zu chanten.
      - Ich habe meinen Versprecher gleich im ersten Satz gehört. Ich muss aber nochmal reinhören. :)

    • ... habs nochmal gechantet. :) ... habs nochmal gechantet. :)