Objekte und Situation werden subjektiv wahrgenommen. Obwohl eine objektive Realität besteht, wird nur das was mit uns eine Resonanz hat Bestandteil unserer subjektiven Realität.

Yoga Sutra 4: Über innere Freiheit
vastuTatpuruṣa-Kompositum Genitiv
vastuSubstantiv Feminin
Objekt
vastuSubstantiv Feminin
vasVerbtuSuffix
Objekt
vasVerbleben, sich aufhalten
tuSuffixSuffix zur Bildung eines Nomina actionis?
sāmye Lokativ Absulotiv Singular
sāmyaSubstantiv Neutrum
Gleichheit
sāmyaSubstantiv Neutrum
samaAdjektivyaSuffix
Gleichheit
samaAdjektivgleich
yaSuffix Neutrumaus XY entstanden
cittaTatpuruṣa-Kompositum Genitiv
cittaSubstantiv Neutrum
Wahrnehmungsraum
cittaSubstantiv Neutrum
citVerb
das Denken, Gedanken, Gemüt, Geist
citVerbwahrnehmen, bemerken, beobachten
bhedāt Ablativ Singular
bhedaSubstantiv Maskulin
Trennung, Verschiedenheit
bhedaSubstantiv Maskulin
bhidVerb
das Zerbrechen, Spalten, Trennung
bhidVerbspalten, zerschlagen, ein Loch in etwas schlagen
tayoḥGenitiv / Lokativ Dual
taPronomen 3. Person
der beiden
vibhaktaḥNominativ Singular
viPräfixbhaktaAdjektiv
getrennt, richtig, glatt, unterschiedlich
viPräfixgetrennt
bhaktaAdjektiv
bhajVerb
geteilt, zugeteilt
bhajVerbausteilen, zuteilen
panthāḥNominativ Singular
pathinSubstantiv Maskulin
Weg, hier: Entwicklung
pathinSubstantiv Maskulin
pathVerb
Weg
pathVerbgehen, sich bewegen

Jeder Mensch nimmt ein Objekt oder eine Situation (vastu) ganz unterschiedlich wahr, denn jeder Mensch hat eine durch seine Prägungen individuelle Sichtweise - also einen individuell ausgeformten Wahrnehmungsraum.

Dr. Ronald Steiner - moderner Transfer


Während ein Objekt (vastu) gleich [ist, besteht,] aufgrund der Verschiedenheit der Wahrnehmungsräume (citta), eine getrennte Entwicklung von beiden [Objekt und Wahrnehmungsraum].

Dr. Ronald Steiner - historisch-wörtlich


Weil bei Identität des Objektiven die Citta’s [in den verschiedenen Subjekten] verschieden sind, schlagen beide verschiedene Wege ein [kann die Anschauung desselben Objektes eine verschiedene sein] x.

Paul Deussen - 1908

x:

Hier folgt bei Vyâsa das bei Bhoja fehlende Sûtram, welches eine Polemik gegen die Vedântalehre von der Idealität der Außenwelt enthält: na ca ekacitta-tantraṃ vastu, tad apramâṇakaṃ, tadâ kim syât, "Auch ist das Objekt nicht allein vom Bewußtsein abhängig, weil dies unbeweisbar ist; und was würde die Folge sein?" - Wir behalten im folgenden die Zählung des Bhoja bei.


The course of these two (that is, the thing and the object) is distinct, for there is a diversity of thoughts regarding one thing.

James R. Ballantyne - 1852

na
naPartikel
nicht
naPartikelnicht
ca
caPartikel
und
caPartikelund
ekaDvigu-Kompositum
ekaZahlwort
eins
ekaZahlworteins
cittaTatpuruṣa-Kompositum Instrumentalis
cittaSubstantiv Neutrum
Wahrnehmungsraum
cittaSubstantiv Neutrum
citVerb
das Denken, Gedanken, Gemüt, Geist
citVerbwahrnehmen, bemerken, beobachten
tantramNominativ Singular
tantraSubstantiv Neutrum
bei dem es sich um -- handelt, XY abhängig
tantraSubstantiv Neutrum
tanVerbtraSuffix
Webstuhl, Grundschnur des Gewebes, Grundlage, Grundlehre; Ende von Komp.: Abhängig von XY
tanVerbsich dehnen, sich erstrecken, reichen über
traSuffixKr̥t-Suffix: bezeichnet Mittel/Instrument einer Handlung, drückt Instrumentalisierung aus
ced Partikelauch, sogar
cedPartikelauch, sogar
vastuNominativ Singular
vastuSubstantiv Neutrum
Objekt
vastuSubstantiv Neutrum
vasVerb
Ding, Gegenstand; Sitz, Ort
vasVerban einem Ort bleiben, Halt machen, übernachten, sich aufhalten
tad Nominativ Singular Neutrum
taPronomen 3. Person
dies
taPronomen 3. Persondieser, diese, dieses
apramāṇakamNominativ Singular
aPräfixpramāṇakaAdjektiv
nicht beweisbar
aPräfixVerneinung
pramāṇakaAdjektiv
pramāṇaSubstantiv Neutrum
am Ende von Kompoista, wie pramāṇa
pramāṇaSubstantiv NeutrumMaß, Maßstab, Norm, Richtschnur
tadā
tadāPartikel
dann
tadāPartikel
taPronomen 3. Person
dann, zu der Zeit, als, in dem Falle
taPronomen 3. Personder, die, das
kim
kimPartikel
was
kimPartikel
kaPronomen 3. Person
wie, woher, warum
kaPronomen 3. Personwer, welcher
syāt3. Person Singular Optativ
asVerb
es möge/würde sein
asVerbsein, existieren

Ein Objekt oder Situation (vastu) kann von den Wahrnehmungsräumen (citta) verschiedener Menschen ganz unterschiedlich erfahren werden. Es besteht sogar fort, wenn es gar nicht wahrgenommen wird.

Dr. Ronald Steiner - moderner Transfer


Ein Objekt (vastu) ist auch nicht abhängig von einem einzigen Wahrnehmungsraum (citta). Das ist nicht beweisbar. Was würde dann geschehen123?

Dr. Ronald Steiner - historisch-wörtlich

1:

In der Version des Yoga Sūtra nach dem Kommentator Bhoja fehlt dieser Satz. In der Vyāsa Version ist er enthalten.

2:

In einigen Manuskripten ist ced und teilweise auch vastu nicht enthalten. Die Übersetzung ändert sich dadurch nicht wesentlich.

3:

Hier geht Patañjali wieder in Widerspruch mit der Vedanta Philosophie. Diese Welt und ihre Objekte sind nicht bloße Illusion, sondern im Grunde Real, sie befinden sich lediglich im Wandel und werden unterschiedlich wahrgenommen.


Auch ist das Objekt nicht allein vom Bewußtsein abhängig, weil dies unbeweisbar ist; und was würde die Folge sein x?

Paul Deussen - 1908

x:

Übersetzung von Deussen in Fußnote zu Sutra 4.15


-- not translated --.

James R. Ballantyne - 1852

tadTatpuruṣa-Kompositum Lokativ
taPronomen 3. Person
der
uparāgaKarmadhāraya-Kompositum
uparāgaSubstantiv Maskulin
Einfärben
uparāgaSubstantiv Maskulin
upaPräfixrañjVerb
Färbung, Verfinsterung, Finsternis
upaPräfixnahe, unter, bei, neben
rañjVerbsich färben, sich röten, in Aufregung geraten
apekṣitvātAblativ Singular
apekṣVerbtvaSuffix
Erwartung, Übersehen
apekṣVerb
apaPräfixīkṣVerb
erwarten, erfordern, voraussetzen, wegsehen, umsehen
apaPräfixweg, fort, ohne
īkṣVerbsehen, blicken, hinblicken
tvaSuffixNomen Abstraktum: -heit
cittasyaGenitiv Absulotiv Singular
cittaSubstantiv Neutrum
Wahrnehmungsraum
cittaVerb Neutrum
citVerb
das Denken, Gedanken, Gemüt, Geist
citVerbwahrnehmen, bemerken, beobachten
vastuTatpuruṣa-Kompositum Genitiv
vastuSubstantiv Feminin
Objekt
vastuSubstantiv Feminin
vasVerb
Ding, Gegenstand; Sitz, Ort
vasVerban einem Ort bleiben, Halt machen, übernachten, sich aufhalten
jñātaDvandva-Kompositum
jñātaAdjektiv
gewusst, erkannt
jñātaAdjektiv
jñaVerb
gewusst
jñaVerbkennen, wissen
ajñātamNominativ Singular
ajñātaAdjektiv
nicht gewusst, nicht erkannt
jñātaAdjektiv
aPräfixjñaVerb
gewusst
aPräfixVerneinung
jñaVerbkennen, wissen

Du nimmst Objekte und Situationen (vastu) nur wahr, wenn sie eine Resonanz in Deinem persönlichen Wahrnehmungsraum (citta) haben.

Dr. Ronald Steiner - moderner Transfer


Aufgrund der einfärbenden Erwartung (uparāgāpekṣitva) an dieses [Objekt (vastu), entsteht] Erkennen (jñāta) oder Nichterkennen (ajñāta) eines Objektes (vastu) für den Wahrnehmungsraum (citta) eines Menschen.

Dr. Ronald Steiner - historisch-wörtlich


Weil das Cittam von dem Objekte erst überfärbt werden muß, ist das Objekt bekannt oder nicht bekannt.

Paul Deussen - 1908


An object is known or unknown to the mind inasmuch as the tint of the object is required (to it).

James R. Ballantyne - 1852

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