Die äußere Welt reflektiert sich im subjektiven und der Wandlung unterliegenden Wahrnehmungsraum (citta). Der unveränderliche Wesenskern (puruṣa) beobachtet diese Reflexion.

Yoga Sutra 4: Über innere Freiheit
sadā
sadāAdverb
jederzeit
sadāAdverbjederzeit
jñātāḥNominativ Plural
jñātaAdjektiv
gewusst
jñataAdjektiv
jñaVerb
gewusst
jñaVerbkennen, wissen
cittaTatpuruṣa-Kompositum Lokativ
cittaSubstantiv Neutrum
Wahrnehmungsraum
cittaSubstantiv Neutrum
citVerb
das Denken, Gedanken, Gemüt, Geist thinking, thoughts, mind, spirit}
citVerbwahrnehmen, bemerken, beobachten
vr̥ttayaḥNominativ Plural
vr̥ttiSubstantiv Feminin
das Rollen, Tätigkeit, Gedanke
vr̥ttiSubstantiv Feminin
vr̥tVerb
das Rollen, Tätigkeit, Gedanke
vr̥tVerbsich drehen, rollen
tatTatpuruṣa-Kompositum Genitiv
taPronomen 3. Person
der, die, das
taPronomen 3. Personder, die, das
prabhoḥGenitiv Singular
prabhuAdjektiv / Substantiv Maskulin
mächtig, Gebieter
prabhuAdjektiv / Substantiv Maskulin
praPräfixbhūVerb
hervorragend, übertreffend, mächtig, Herr, Gebieter
praPräfixvorwärts, vorne
bhūVerbwerden, entstehen, geschehen
puruṣasyāGenitiv Singular
puruṣaSubstantiv Maskulin
puru.sasya Mann, Mensch, das Beseelende im Menschen, Seele
puruṣaSubstantiv MaskulinMann, Mensch, das Beseelende im Menschen, Seele
apariṇāmitvātAblativ Singular
aPräfixpariṇāminAdjektivtvaSuffix
Unveränderlichkeit
aPräfixVerneinung
pariṇāminAdjektiv
pariPräfixnamVerbinSuffix
sich verändernd, sich umwandelnd, einem Wechsel der Form unterworfen
pariPräfixum, völlig, jenseit, hinweg
namVerbsich beugen, sich verneigen
inSuffixBesitz anzeigend, einer der XY tut
tvaSuffixNomen Abstraktum: -heit

Was sich in Deinem Wahrnehmungsraum (citta) widerspiegelt, nimmt Dein Wesenskern (puruṣa) wahr, denn dieser ist unveränderlich.

Dr. Ronald Steiner - moderner Transfer


Die Vorgänge (vritti) im Wahrnehmungsraum (citta) [werden] erkannt, basierend auf der Unveränderlichkeit des Wesesenkerns (puruṣa), dieses mächtigen Gebieters.

Dr. Ronald Steiner - historisch-wörtlich


Die Funktionen des Cittam werden jederzeit erkannt, weil sein Gebieter, der Purusha, unwandelbar besteht.

Paul Deussen - 1908


The modifications of the mental states are always known, because the presiding spirit is not modified.

James R. Ballantyne - 1852

na
naPartikel
nicht
naPartikelnicht
tat Nominativ Singular Neutrum
taPronomen 3. Person
dieser
taPronomen 3. Persondieser, diese, dieses
svābhāsamNominativ Singular
svābhāsaAdjektiv
selbst strahlend
svabhāsaAdjektiv
svaAdverbbhāsaAdjektiv
selbst strahlend
svaAdverbeigenes
bhāsaAdjektiv / Substantiv MaskulinLicht, Glanz; leuchtend, glänzend
dr̥śyatvātAblativ Singular
dr̥śyaAdjektivtvaSuffix
Sichtbarkeit
dr̥śyaAdjektiv
dr̥śVerb
sichtbar, sehenswert
dr̥śVerbsehen, erblicken
tvaSuffixNomen Abstraktum: -heit

Du nimmst also nicht die Welt direkt wahr, sondern lediglich ihre Reflexion in Deinem Wahrnehmungraum (citta). Dieser ist ein beobachtbares Objekt und Teil dieser Welt.

Dr. Ronald Steiner - moderner Transfer


Aus der Sichtbarkeit [des Wahrnehmungsraumes (citta) folgt, dass dieser [Wahrnehmungsraum (citta)] nicht selbst strahlend[, also der Beobachter, ist].

Dr. Ronald Steiner - historisch-wörtlich


Das Cittam ist nicht selbst Licht, weil es nur Objekt ist.

Paul Deussen - 1908


It is not self-illuminative inasmuch as it is cognisable.

James R. Ballantyne - 1852

ekaDvigu-Kompositum
ekaZahlwort
eins
ekaZahlworteins
samayeLokativ Singular
samayaSubstantiv Maskulin
Zusammentreffen
samayaSubstantiv Maskulin
samPräfixayaSubstantiv Maskulin
Zusammentreffen, Umstand, Sitte, Situation
samPräfixzusammen, mit
ayaSubstantiv Maskulin
iVerb
Lauf, Gang
iVerbgehen
ca
caPartikel
und
caPartikelund
ubhayaTatpuruṣa-Kompositum Genitiv
ubhayaAdjektiv
beide
ubhayaAdjektiv
ubhVerb
beide, beidseitig
ubhVerbzusammenhalten, in Verschluss halten
anavadhāraṇamNominativ Singular Neutrum
anPräfixavadhāraṇaSubstantiv Neutrum
keine Funktionsübernahme
anPräfixVerneinung
avadhāraṇaSubstantiv Neutrum
avaPräfixdhāraṇaVerb
genaues Bestimmen
avaPräfixherunter, weg, fort herunter, weg, fort
dhāraṇaVerb
dhr̥Verb
Halten, Zurückhalten
dhr̥Verbhalten, tragen, stützen

Ein Ding kann nicht gleichzeitig betrachtetes Objekt und betrachtendes Subjekt sein. Dein Wahrnehmungsraum (citta) ist das betrachtete Objekt, während Dein Wesenskern (puruṣa) das betrachtende Subjekt ist.

Dr. Ronald Steiner - moderner Transfer


… und in einem einzigen Zeitpunkt (eka-samye) kann keine Funktionsübernahme (an-avadhāraṇa) von beiden [Aufgaben, nämlich Objekt und Subjekt der Wahrnehmung zu sein, bestehen].

Dr. Ronald Steiner - historisch-wörtlich


Auch läßt sich nicht behaupten, daß es gleichzeitig beides [Subjekt und Objekt] sein könne.

Paul Deussen - 1908


Attention of two (objects) cannot take place simultaneously.

James R. Ballantyne - 1852

cittaKarmadhāraya-Kompositum
cittaSubstantiv Neutrum
Wahrnehmungsraum
cittaSubstantiv Neutrum
citVerb
das Denken, Gedanken, Gemüt, Geist
citVerbwahrnehmen, bemerken, beobachten
antaraTatpuruṣa-Kompositum Genitiv
antaraSubstantiv Neutrum
Inneres, Anderes
antaraSubstantiv Neutrum
antarAdverb
Inneres
antarAdverbinnen, innerhalb, angrenzend, anders
dr̥śyeLokativ Absulotiv Singular
dr̥śyaSubstantiv Maskulin / Adjektiv
Erblicken
dr̥śyaSubstantiv Maskulin / Adjektiv
dr̥śVerb
sichtbar, sehenswert
dr̥śVerbsehen, erblicken
buddhiTatpuruṣa-Kompositum Genitiv
buddhiSubstantiv Feminin
Einsicht, Verstand
buddhiSubstantiv Feminin
budhVerb
Einsicht, Verstand
budhVerberwachen, wachen, zur Besinnung kommen, merken, achten auf
buddheḥGenitiv / Ablativ Singular
buddhiSubstantiv Feminin
Einsicht, Verstand
buddhiSubstantiv Feminin
budhVerb
Einsicht, Verstand
budhVerberwachen, wachen, zur Besinnung kommen, merken, achten auf
atiprasaṅgaḥNominativ Singular
atiprasaṅgaSubstantiv Maskulin
eine starke Verbindung, eine große Neigung
atiprasaṅgaSubstantiv Maskulin
atiPräfixprasaṅgaSubstantiv Maskulin
eine starke Verbindung, eine große Neigung
atiPräfixjenseits, über, vorbei
prasaṅgaSubstantiv Maskulin
praPräfixsañjVerb
das Hingegebensein, das Frönen
praPräfixvorwärts, vorne
sañjVerbanhängen, zusammenhängen, sich hängen an
smr̥tiTatpuruṣa-Kompositum Lokativ
smr̥tiSubstantiv Feminin
Erinnerung
smr̥tiSubstantiv Feminin
smr̥Verb
Erinnerung
smr̥Verbsich erinnern
saṁkaraḥNominativ Singular
saṁkaraSubstantiv Maskulin
Vermischung
saṁkaraSubstantiv Maskulin
samPräfixkr̥Verb
Vermengung, Vermischung, Mischung
samPräfixzusammen, mit
kr̥Verbmachen, vollbringen, ausführen
ca
caPartikel
und
caPartikelund

Es muss einen rein betrachtenden Wesenskern (puruṣa) geben. Könnte ein Wahrnehmungsraum einen anderen wahrnehmen, dann gäbe es einen Verstand der den anderen überstrahlt, dann würden sich die Erinnerungen (smr̥ti) der Wahrnehmungsräume vermischen.

Dr. Ronald Steiner - moderner Transfer


… und weil das Erblicken eines anderen Wahrnehmungsraumes (citta) [durch einen Wahrnehmungraum (citta) oder] eines Verstandes (buddhi) durch einen anderen Verstand (buddhi) [wäre, würde das zu] einer Vermischung in der der gegenseitigen Erinnerung (smr̥ti) [führen].

Dr. Ronald Steiner - historisch-wörtlich


Könnte ein fremdes Cittam Objekt [des eigenen Cittam] werden, so würde es eine Buddhi der Buddhi geben, woraus zuviel folgen würde [man müßte dann auch den Inhalt der fremden Buddhi kennen], auch würde eine Vermengung der beiderseitigen Erinnerungen die Folge sein.

Paul Deussen - 1908


If one perception be cognisable by another then there would be the further necessity of cognition. And a confusion of recollection also would take place.

James R. Ballantyne - 1852

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