Solange der Mensch sich getrennt von seiner Umwelt wahrnimmt, tragen seine Handlungen (karman) Früchte und er unterliegt seinen Prägungen (saṁskāra).

Yoga Sutra 4: Über innere Freiheit
jātiDvandva-Kompositum
jātiSubstantiv Feminin
Geburt
jātiWortbildung
janVerb
Geburt
janVerbtransitiv: zeugen, gebären, intransitiv: gezeugt, geboren werden
deśaDvandva-Kompositum
deśaSubstantiv Maskulin
Ort
deśaWortbildung
diśVerb
Ort
diśVerbzeigen, vorweisen
kālaDvandva-Kompositum
kālaSubstantiv Maskulin
Zeit
kālaWortbildung
kalVerb
Zeit
kalVerbgehen, zählen
vyavahitānām Genitiv Absulotiv Plural
viPräfixavaPräfixhitaAdjektiv
getrennt
viPräfixgetrennt, unterschiedlich, auseinander
avaPräfixherunter, weg, fort
hitaPartizip Perfekt Passiv
dhāVerb
gesetzt, gelegt, gestellt, befindlich in
dhāVerbsetzen, legen, stellen
api
apiPartikel
auch wenn
ānantaryamNominativ Singular
ānantaryaSubstantiv Neutrum
Nähe, ununterbrochener Folge
ānantaryaWortbildung
anantaraAdjektiv
unmittelbare Folge
anantaraWortbildung
aPräfixantaraAdjektiv
unmittelbar anstoßend
aPräfixVerneinung
antaraWortbildung
antaraAdverb
nahe stehend, sehr befreundet
antarAdverbinnen, zwischendurch, innerhalb
smr̥tiDvandva-Kompositum
smr̥tiSubstantiv Feminin
Erinnerung
smr̥tiWortbildung
smr̥Verb
Erinnerung
smr̥Verbsich erinnern
saṁskārayoḥGenitiv Dual
saṁskāraSubstantiv Maskulin
Zubereitung, Eindruck, Anlage des Geistes
saṁskāraWortbildung
samPräfixkāraSubstantiv Maskulin
Zubereitung, Eindruck, Anlage des Geistes
samPräfixzusammen, mit
kāra
kr̥Verb
Tat, Handlung
kr̥Verbetwas machen, vollbringen, ausführen
ekarūpatvātAblativ Singular
ekarūpaSubstantiv NeutrumtvaSuffix
Formgleichheit
ekarūpaWortbildung
ekaZahlwortrūpaSubstantiv Neutrum
eine Form, gleiche Form, formgleich
ekaZahlworteiner, einzig
rūpaSubstantiv Neutrumäußere Erscheinung, Form
tvaSuffixNomen Abstraktum: -heit

Erinnerung (smr̥tti) und Prägung (saṁskāra) sind im Grunde gleich. Du trägst sie mit Dir durch verschiedene Lebensumstände (jāti), Orte an denen Du bist (deśa) und Lebensphasen (kāla). So wirst Du immer wieder mit den gleichen Themen konfrontiert.

Dr. Ronald Steiner - moderner Transfer


Aufgrund der Formgleichheit von Erinnerung (smr̥ti) und Prägung (saṁskāra) stehen diese in ununterbrochener Folge, auch wenn sie durch Geburt (jāti) x, Ort (deśa) oder Zeit (kāla) getrennt [sein können].

Dr. Ronald Steiner - historisch-wörtlich

x:

Aus dem Zeitkontext des Textes bezieht sich dieser Satz auf das Übertragen von Prägungen durch verschiedene Leben, also über die Wiedergeburt hinweg.


Obwohl [die Werke und ihre Residua] durch Geburt, Raum und Zeit voneinander getrennt sind, so besteht doch zwischen ihnen Kontinuität, weil die Residua [aus einem frühern Leben] identisch sind mit der [im gegenwärtigen Leben den Handlungen zugrunde liegenden, unbewußten] Rückerinnerung.

Paul Deussen - 1908


There is an immediacy among those (impressions) though intercepted by bank (in the scale of being) place and time, because the recollection and the train of selfreproductive impression are identical (that is they are not different).

James R. Ballantyne - 1852

tāsām Genitiv Plural Feminin
taPronomen 3. Person
dieser
anāditvamNominativ Singular
anāditvaSubstantiv Neutrum
anfanglos
anāditvaWortbildung
anPräfixādiSubstantiv MaskulintvaSuffix
anfanglos
anPräfixVerneinung
ādiSubstantiv MaskulinAnfang, Beginn, Erstling
tvaSuffixNomen Abstraktum: -heit
ca
caPartikel
und
āśiṣaḥGenitiv Singular
āśisSubstantiv Feminin
Wunsch, Bitte, Gebet
āśisWortbildung
āPräfixśāsVerb
Wunsch, Bitte, Gebet
āPräfixzu hin, bis an, bis zu
śāsVerbbefehlen, zurechtweisen, gebieten
nityatvātAblativ Singular
nityaAdjektivtvaSuffix
Ewigkeit, Beständigkeit
nityaWortbildung
niAdverb
ständig, immerwährend, ununterbrochen
niAdverbniederwärts, hinunter, hinein, rückwärts
tvaSuffixNomen Abstraktum: -heit

Solange Dich Wünsche bewegen, solange ist Deine Handlung durch Prägungen (saṁskāra) bestimmt. Selbst der Wunsch zu Leben ist bereits solch eine Prägung.

Dr. Ronald Steiner - moderner Transfer


Diese [Prägungen (saṁskāra)1 sind] ohne Anfang (anādhva). [Sie entstehen] aus der Ewigkeit des Wunsches [nach Leben].

Dr. Ronald Steiner - historisch-wörtlich

1:

Vermutlich ein Fehler in diesem Manuskript und den meisten Manuskripten. Statt tāsām (gen pl f) sollte hier ein teṣām (gen pl m) stehen. Denn nur dann kann es sich auf die Prägungen (saṁskāra) beziehen.


Diese [Residua der Werke] sind anfanglos, weil der [in ihnen sich bekundende] Wille von Ewigkeit her ist.

Paul Deussen - 1908


They have eternity because the benediction is enternal.

James R. Ballantyne - 1852

hetuDvandva-Kompositum
hetuSubstantiv Maskulin
Ursache
hetuWortbildung
hiVerb
Ursache
hiVerbin Bewegung setzen, antreiben, anfeuern
phalaDvandva-Kompositum
phalaSubstantiv Neutrum
Frucht, Ergebnis
phalaWortbildung
phalVerb
Frucht
phalVerbreifen, Früchte tragen, Folgen tragen
āśrayaDvandva-Kompositum
āśrayaDE: Subjekt}
āśrayaWortbildung
āPräfixśriVerb
woran sich etwas anschließt, woran sich etwas lehnt
āPräfixnahe, hin
śriWortbildunganbringen, sich lehnen an
ālambanaiḥInstrumentalis Plural
ālambanaSubstantiv Neutrum
Objekt
ālambanaWortbildung
āPräfixlambanaSubstantiv Neutrum
Stütze
āPräfixzu hin, bis an, bis zu
lambanaWortbildung
lambVerb
das Herabhängende
lambVerbherabhängen, hängen an
saṁgr̥hītatvāt Ablativ Singular
saṁgr̥hītaAdjektivtvaSuffix
Zusammenhang
saṁgr̥hītaWortbildung
samPräfixgr̥bhVerb
zusammengezogen, verkürzt, Ergriffensein
samPräfixzusammen, mit
gr̥bhVerbergreifen, mit der Hand fassen, festhalten
tvaSuffixNomen Abstraktum: -heit
eṣām Genitiv Plural
etadPronomen 3. Person
deren
abhāveLokativ Absulotiv Singular
abhāvaSubstantiv Maskulin
Abwesenheit
abhāvaWortbildung
aPräfixbhāvaSubstantiv Maskulin
Abwesenheit
aPräfixVerneinung
bhāvaWortbildung
bhūVerb
das Werden, Sein, Stattfinden
bhūVerbwerden, entstehen, geschehen
tadTatpuruṣa-Kompositum Genitiv
taPronomen 3. Person
diese
abhāvaḥNominativ Singular
abhāvaSubstantiv Maskulin
Abwesenheit
abhāvaWortbildung
aPräfixbhāvaSubstantiv Maskulin
Abwesenheit
aPräfixVerneinung
bhāvaWortbildung
bhūVerb
das Werden, Sein, Stattfinden
bhūVerbwerden, entstehen, geschehen

Ursache (hetu) und Wirkung (phala) bleiben für Dich so lange bestehen, wie Du Dich als getrenntes Subjekt (āśraya) von Deiner Umwelt (ālambana) wahrnimmst. Prägungen (saṁskāra) lösen sich erst dann auf, wenn Du Dich nicht mehr getrennt von der Umwelt wahrnimmst.

Dr. Ronald Steiner - moderner Transfer


Durch den Zusammenhang von Ursache (hetu) und Frucht (phala), Subjekt (āśraya) und Objekt (ālambana) [stellt sich] die Abwesenheit von diesen [Prägungen (saṁskāra) erst ein], wenn sich auch Abwesenheit von jenen [vier Faktoren: Ursache, Frucht, Subjekt und Objekt] einstellt.

Dr. Ronald Steiner - historisch-wörtlich


Weil die Werkresidua sich zusammensetzen aus der Grundursache (dem Willen), ihrer Frucht (den Werken), ihrem Substrat (der Person) und ihrer Unterlage (den Objekten), so kommen, wo diese [vier Faktoren] fehlen, auch sie [die Werkresidua] in Wegfall.

Paul Deussen - 1908


As (they are) collected by cause, effect, substratum and support (therefore) on non-existence of these, non-existence of the impressions takes place.

James R. Ballantyne - 1852

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