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Yoga Sutra

Das zweite Kapitel das Yoga Sutra nach Patanjali liefert Anweisungen für die Übungs-Praxis - Sadhana Pada.

Sadhana-Pada

Satz 11

dhyana heyah tad-vrittayah ||11||

ध्यान हेयाः तद्वृत्तयः ॥११॥

dhyāna heyāḥ tad-vr̥ttayaḥ ॥11॥

Versenkung (Dhyana) auf das zu Überwindende löst diese Vorprägungen im wandelbaren Wesen des Menschen (Vritti). ||11|


dhyāna = Meditation, Versenkung
heyāḥ = (nom. pl. m. von heya) zu Vermeidendes, zu Überwindendes
tat = deren, dessen, diese
vr̥ttayaḥ = (von vr̥tti) Wellen, Gedankenwellen, Trübungen des Chitta

Kleśa ein besonderes ~sktV.rtti~~

Kleśa wird als eine besondere Form von Vr̥tti, also einer Prägung in der Einheit aus Physis, Energie, Emotion und Gedanke, beschrieben. Diese Prägung verändert unsere Wahrnehmung, gleichsam wie ein Vorurteil [YS I.2-4]. Dhyāna ist laut Patañjali die wichtigste Hilfe bei der Überwindung von Kleśa. Dhyāna ist eine stille Versenkung.

Wenn ich in mir das Erwachen von Kleśa beobachte, setze ich den Rat von Patañjali ganz einfach um. Ich halte kurz inne und spüre tief in mich hinein. Durch diese Selbstbeobachtung finde ich schnell wieder in meine Mitte. Dann erkenne ich, dass Glück und Freude im Überfluss in mir vorhanden sind. Egal wie mein äußeres Handeln dann auch sein mag - vielleicht kaufe ich mir ein neues Fahrrad oder auch nicht; vielleicht ziehe ich um oder auch nicht; vielleicht kündige ich oder ich verlängere meinen Arbeitsvertrag - alles geschieht aus dieser inneren Stärke heraus, einer Kraft, die aus der Gewissheit erwächst, Glück und Freude zu erfahren, egal wie ich mich auch entscheiden mag. Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, niemals aus einer Haltung von Bedürftigkeit und Erwartung eine Entscheidung zu treffen.