Über die Resultate der Übungspraxis - Vibhuti Pada - referiert das dritte Kapitel des Yoga Sutras nach Patanjali.

Yoga Sutra

Vibhuti-Pada

Satz 18

sanskara-saksatkaranat purva-jati-jnanam ||18||

संस्कारसाक्षात्करणात् पूर्वजातिज्ञानम् ॥१८॥

saṁskāra-sākṣātkaraṇāt pūrva-jāti-jñānam ॥18॥

Durch Meditation auf unsere Prägungen (Samskara) entsteht Wissen (Jnana) über das Vorleben. ||18||


saṁskāra = (iic.) Eindrücke, Neigungen, die Erfahrung aus den vorangegangenen Handlungen
sākṣāt = direkt, unmittelbar
karaṇāt = (abl. sg. m. / abl. sg. n., von karaṇa) Erfahrung
sākṣātkaraṇat = (abl. sg. m. / abl. sg. n.) direkte Erfahrung, ureigenen
pūrva = (iic.) vorher
jāti = Geburt
pūrva-jāti = (iic.) Vorleben
jñānam = (acc. sg. n. / nom. sg. n. von jñāna) Wissen, Verständnis, Erkenntnis

Psychoanalyse nach Patanjali

Warum handeln wir in bestimmten Situationen wie wir es eben tun? Das schlägt uns Patanjali hier als Thema für unsere Meditation vor. Wir erfahren auf dieser inneren Reise viel über uns selbst. Wird unsere Handlung durch Vorerfahrungen und Vorurteile bestimmt? Woher kommen diese Vorurteile?

Es ist ein wenig wie bei der Psychoanalyse nach Freud. Wir gehen den Weg zurück in unsere Vergangenheit und lernen zu verstehen, woher unsere Prägungen, Samskaras, kommen. Beispielsweise können wir uns fragen: Woher kommt meine Abneigung vor Wasser? Vielleicht wird uns dann klar, dass diese Abneigung aus einer schlechten Erfahrung mit Wasser stammt. Erkennen wir diese Ursache, können wir vielleicht die Angst, die uns im Jetzt beeinflusst, auflösen.

Patanjali fasst dabei den Begriff des Vorlebens sehr weit. Es umfasst alles, was vor dem aktuellen Zeitpunkt stattgefunden hat. Damit muss es nicht unbedingt mit der Geburt begrenzt sein.

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