Im vierten Kapitel des Yoga Sutra von Patanjali geht es schließlich um die Befreiung - Kaivalya Pada.

Yoga Sutra

Kaivalya-Pada

Satz 30

tatah klesha-karma-nivrittih ||30||

ततः क्लेशकर्मनिवृत्तिः ॥३०॥

tataḥ kleśa-karma-nivr̥ttiḥ ॥30॥

Dann wird das Konzept (Vritti) der spirituellen Bürden (Klesha) und von Ursache und Wirkung (Karma) vollkommen abgelegt. ||30||


tataḥ = (adv. von tatas) daher, dann
kleśa = (iic.) Bürden auf dem spirituellen Weg
karma = (acc. sg. n. / nom. sg. n. von karman) Handlung und ihre Folgen
nivr̥ttiḥ = (nom. sg. f. von nivr̥tti) vollkommenes Aufhören einer Gedankenwelle, Vorurteil,

Patañjali beschreibt diesen befreiten Zustand des Kaivalya noch weiter. Denn diese Befreiung (Kaivalya) befreit auch von den Bürden (Kleśa) auf dem spirituellen Weg. Mangelnde Erkenntnisfähigkeit (Avidyā), Egoismus (Asmitā), Gier (Rāga), Ekel (Dveṣa) oder Angst (Abhiniveśa) vermögen uns nicht mehr zu beeinflussen und zu Handlungen (Karma) zu treiben. Der Yogin sieht den Zustand, in dem wir uns normalerweise befinden, wie eine kleine weiße Maus in einem Versuchskäfig. Abwechselnd werden wir mit einem Elektroschock oder einem Stück leckerem Käse durch den Käfig gejagt. Kaivalya ist die Befreiung aus diesem Käfig.

Sind wir einmal aus unserem Käfig der gewöhnlichen Erfahrung befreit, betreten wir eine völlig neue Dimension. Alles was wir bisher studierten und lernten ist klein im Vergleich zu der ergreifenden Erfahrung des Samādhi.

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